Mose und die 10 Gebote
Die Frage die sich bei dieser Erzählung stellt ist, hat Mose überhaupt existiert? Siehe unten Anmerkung desAutors.
Ungefähr zwei Monate nach dem Auszug aus Ägypten kommen die Israeliten zum Berg Sinai, der auch Horeb genannt wird. Dort war Gott Moses bereits früher in einem brennenden Dornbusch erschienen und hatte ihn beauftragt die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten zu befreien. Ex 3,1-2: Mose weidete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb. Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht. Ex 3,4: Als der Herr sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Der brennende Dornbusch befand sich laut dem Alten Testament am Berge Horeb, welcher in der religiösen Tradition mit dem Berg Sinai auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel gleichgesetzt wird. Horeb (hebräisch für Ödland oder Wüstengebiet) beschreibt die gesamte Bergkette oder die umliegende karge Region. Sinai bezeichnet hingegen den spezifischen Hauptgipfel innerhalb dieses Horeb-Massivs. Im Neuen Testament wird die Identität beider Orte sowieso explizit aufgelöst. Während im Alten Testament die Begegnung am brennenden Dornbusch am Horeb stattfindet (Exodus 3,1), erzählt der Märtyrer Stephanus in der Apostelgeschichte (Apg 7,30) genau diese Geschichte nach und sagt, sie geschah „in der Wüste des Berges Sinai. In der realen Geografie wird der präzise Ort des brennenden Busches heute im Innenhof des historischen Katharinenklosters verortet. Das Kloster wurde im 6. Jahrhundert direkt an der Stelle erbaut, an der die Begegnung zwischen Gott und Mose stattgefunden haben soll. Im Innenhof des Klosters wächst ein großer Busch der Brombeerart Rubus sanctus. Dieser wird von den Mönchen und Pilgern als direkter Ableger des echten biblischen Dornbusches verehrt. Die Pflanze ist dafür bekannt, extrem langlebig zu sein. Sie kann über Jahrhunderte hinweg immer wieder neue Triebe aus derselben Wurzel bilden. Sie ist auch die einzige Pflanze dieser Art auf der gesamten Sinai-Halbinsel.
Der Prophet Elia reiste auch an den Gottesberg (Horeb/Sinai). Laut dem 1. Buch der Könige (Kapitel 19) floh Elia vor der Königin Isebel in die Wüste und wanderte 40 Tage und 40 Nächte lang bis zum Berg Horeb. Die Bibel berichtet, dass Elia am Berg in eine Höhle ging und dort übernachtete („Und er kam dortselbst in eine Höhle und blieb daselbst über Nacht“). Diese Höhle (die sogenannte Eliasgrotte) befindet sich auf dem Bergmassiv direkt oberhalb des Katharinenklosters. Beim Bau des Klosters wurde diese Grotte als heilige Stätte integriert. Gott offenbarte sich Elia am Berg in einem „leisen, sanften Sausen“ – direkt nachdem ein Feuer am Berg vorbeigezogen war. Durch diese Parallele (Gott spricht am selben Berg durch ein feuriges Phänomen zu einem Propheten) bestätigt die Elia-Erzählung theologisch die Identität des Ortes, die mit Moses brennendem Busch, einem anderen feurigen Phänomen, begann. Die Die Parallelen zwischen Mose und Elia sind verblüffend:
- Beide wandern durch die Wüste zum Berg Horeb/Sinai, erleben dort ein Phänomen mit Feuer und hören Gottes Stimme.
- Mose fastet 40 Tage auf dem Berg (Exodus 34,28); Elia wandert 40 Tage lang zum Horeb (1. Könige 19,8).
- Mose stirbt auf dem Berg Nebo, aber sein Grab wurde laut Bibel nie gefunden (Deuteronomium 34,6). Elia stirbt überhaupt nicht, sondern wird in einem feurigen Wagen direkt in den Himmel entrückt (2. Könige 2,11). Beide hinterlassen kein irdisches Grab.
Doch weiter mit den 10 Geboten. Die Israeliten lagerten vor dem Berg Sinai. Mose stieg auf den Berg, um mit dem Herrn zu sprechen. Doch Gott wollte von Angesicht zu Angesicht mit den Israeliten sprechen. Ex 19,9: Der Herr sprach zu Mose: Ich werde zu dir in einer dichten Wolke kommen; das Volk soll es hören, wenn ich mit dir rede, damit sie auch an dich immer glauben. Die Israeliten kamen zum Fuß des Berges Sinai, und Gott erschien ihnen in einer Rauchwolke. Er sprach zu den Israeliten. Der Berg bebte, während er sprach. Ex 19,18: Der ganze Sinai war in Rauch gehüllt, denn der Herr war im Feuer auf ihn herabgestiegen. Der Rauch stieg vom Berg auf wie Rauch aus einem Schmelzofen. Der ganze Berg bebte gewaltig. Die Israeliten fürchteten sich. Ex 24, 12: Der Herr sprach zu Mose: Komm herauf zu mir auf den Berg und bleib hier! Ich will dir die Steintafeln übergeben, die Weisung und die Gebote, die ich aufgeschrieben habe. Du sollst das Volk darin unterweisen. Ex 24,15: Dann stieg Mose auf den Berg und die Wolke bedeckte den Berg. Ex 24,18: Mose ging mitten in die Wolke hinein und stieg auf den Berg hinauf. Vierzig Tage und vierzig Nächte blieb Mose auf dem Berg. Dort befahl Gott den Bau der Bundeslade und des Stiftzelts. Nachdem der Herr zu Mose auf dem Berg Sinai alles gesagt hatte, übergab er ihm die beiden Tafeln der Bundesurkunde, steinerne Tafeln, auf die der Finger Gottes die 10 Gebote geschrieben hatte.
- Das erste Gebot: Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
- Das zweite Gebot: Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.
- Das dritte Gebot: Du sollst den Feiertag heiligen.
- Das vierte Gebot: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
- Das fünfte Gebot: Du sollst nicht töten.
- Das sechste Gebot: Du sollst nicht ehebrechen.
- Das siebte Gebot: Du sollst nicht stehlen.
- Das achte Gebot: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
- Das neunte Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
- Das zehnte Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.
Mose blieb vierzig Tage oben auf dem Berg, während die Israeliten unten am Fuße des Berges warteten. Und sie wurden sehr nervös. Wo war ihr Anführer? Wo war ihr Gott? Das verängstigte Volk wurde immer aufgeregter und begann, gegen Aaron, Moses‘ Bruder, zu rebellieren. Sie forderten ihn auf, ihnen einen Gott zu machen, ein Abbild des Gottes, der sie aus Ägypten geführt hatte. Aaron nahm all ihr Gold und machte daraus eine Statue, die wie ein Kalb aussah.
Ex 32, 1-4: Als das Volk sah, dass Mose noch immer nicht vom Berg herabkam, versammelte es sich um Aaron und sagte zu ihm: Komm, mach uns Götter, die vor uns herziehen. Denn dieser Mose, der Mann, der uns aus Ägypten heraufgebracht hat – wir wissen nicht, was mit ihm geschehen ist. Aaron antwortete: Nehmt euren Frauen, Söhnen und Töchtern die goldenen Ringe ab, die sie an den Ohren tragen, und bringt sie her! Da nahm das ganze Volk die goldenen Ohrringe ab und brachte sie zu Aaron. Er nahm sie von ihnen entgegen, zeichnete mit einem Griffel eine Skizze und goss danach ein Kalb. Da sagten sie: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben. Die Israeliten beteten das goldene Kalb an und brachten ihm Opfer dar. Gott der das natürlich wusste, wurde wütend über die Untreue der Israeliten. Er erzählte Moses, was vor sich ging, und gebot Mose, zurückzukehren und das Volk zur Umkehr zu rufen. Ex 32,7: Da sprach der Herr zu Mose: Geh, steig hinunter, denn dein Volk, das du aus Ägypten heraufgeführt hast, läuft ins Verderben. Mose kam vom Berg Sinai herunter und sah, dass die Israeliten das goldene Kalb anbeteten. Er wurde so wütend wie Gott. In seinem Zorn nahm er die Tafeln, die mit Gottes Finger beschrieben waren, hob sie hoch und zerschmetterte die Zehn Gebote auf dem Boden. Dann zerstörte er das goldene Kalb. Er verbrannte es im Feuer und zerstampfte es zu Staub. Den Staub streute er in Wasser und gab es den Israeliten zu trinken. Dann sprach er zu den Israeliten: Jeder der für Gott ist komme zu mir. Sofort eilten alle 1Leviten zu ihm. Ex 32,27: Er sagte zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Jeder lege sein Schwert an. Zieht durch das Lager von Tor zu Tor! Jeder erschlage seinen Bruder, seinen Freund, seinen Nächsten. Die Leviten taten wie Mose ihnen gesagt hatte. An diesem Tag starben gegen dreitausend Israeliten. Am folgenden Morgen sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde begangen. Jetzt will ich zu Gott hinaufsteigen; vielleicht kann ich für eure Sünde Sühne erwirken. Ex 32,31-34: Mose kehrte zum Herrn zurück und sagte: Ach, dieses Volk hat eine große Sünde begangen. Götter aus Gold haben sie sich gemacht. Doch jetzt nimm ihre Sünde von ihnen! Wenn nicht, dann streich mich aus dem Buch, das du angelegt hast. Der Herr antwortete Mose: Nur den, der gegen mich gesündigt hat, streiche ich aus meinem Buch. ber jetzt geh, führe das Volk, wohin ich dir gesagt habe. Mein Engel wird vor dir hergehen. Am Tag aber, an dem ich Rechenschaft verlange, werde ich über ihre Sünde mit ihnen abrechnen. Und Gott sagt weiter zu Mose er solle zwei steinerne Tafeln aus Stein meißeln! Er wolle darauf die Worte schreiben, die auf den ersten Tafeln standen, die Mose zerschmettert hatte. Er solle am Morgen auf den Sinai steigen und sich dort auf dem Gipfel des Berges vor Gott hinstellen. Mose hieb zwei Tafeln aus Stein zurecht wie die ersten. Am nächsten Morgen stand er zeitig auf und ging auf den Sinai zu Gott hinauf. Die beiden steinernen Tafeln nahm er mit. Mose blieb auf dem Berg vierzig Tage und vierzig Nächte. Er schrieb die Worte ihm Gott mitgeteilt hatte, die Worte des Bundes, die zehn Gebote, auf die Tafeln. Ex 34,29: Als Mose vom Sinai herunterstieg, hatte er die beiden Tafeln der Bundesurkunde in der Hand. Mose versammelte die ganze Gemeinde der Israeliten und sagte zu ihnen, was Gott ihm aufgetragen hatte. Er befahl den Bau der Bundeslade für die Aufbewahrung der zwei Tafeln mit den Geboten Gottes. Haupthandwerker der Stiftshütte und verantwortlich für den Bau der Bundeslade war Bezalel. Ex 37,1: Dann machte Bezalel die Lade aus Akazienholz, zweieinhalb Ellen lang, anderthalb Ellen breit und anderthalb Ellen hoch. Jahrhunderte später offenbart der Talmud, dass „der komplette zweite unzerbrochene Satz Tafeln sowie die zerbrochenen Fragmente des ersten Satzes in die Bundeslade gelegt wurden.
Der Talmud ist eines der bedeutendsten Schriftwerke des Judentums. Er besteht aus zwei Teilen, der älteren Mischna und der jüngeren Gemara. Die Mischna ist die erste Niederschrift der mündlichen Tora jenes Teils, den Gott nach jüdischer Tradition Mose am Berg Sinai zunächst mündlich offenbart hatte. Der ganze, vollständige Satz Tafeln, mit den Geboten beschriftet, blieb über 500 Jahre lang im Besitz der Israeliten, bis er 586 v. Chr. geplündert und aus dem Tempel in Jerusalem mitgenommen wurde.
Anmerkung des Autors: Für die Person Moses und seine Taten, wie die zehn Plagen, den Auszug der Israeliten aus Ägypten, die Teilung des Meeres oder die 40-jährige Wanderung durch die Wüste Sinai gibt es bisher keine ägyptischen Dokumente oder archäologische Belege. Die moderne Geschichts- und Bibelwissenschaft vermutet hinter der Person Mose einen historischen Kern. Es gibt mehrere indirekte Indizien, die dafür sprechen, dass die Figur des Mose auf einer realen historischen Person basiert. Das stärkste Indiz für einen wahren Kern ist der Name selbst. „Mose“ ist kein hebräischer Name, sondern stammt vom ägyptischen Wort „msj“ (gebären / Kind) ab. Dass die späteren israelitischen Schreiber ihrem Volksbefreier und Religionsstifter einen rein ägyptischen Namen gaben – anstatt eines hebräischen Namens mit Bezug zu ihrem Gott Jahwe –, gilt in der Forschung als historisch extrem plausibel. Niemand hätte einen hebräischen Helden künstlich mit einem ägyptischen Namen erfunden. Mose heiratet eine Ausländerin, Zippora, die Tochter eines midianitischen Priesters. Zur Zeit, als die Bibeltexte aufgeschrieben wurden (ca. 7.–6. Jahrhundert v. Chr.), waren solche Mischehen in Israel streng verpönt. Hätte man die Mose-Figur frei erfunden, hätte man ihm eine makellose israelitische Ehefrau gegeben. Die Bibel verschweigt nicht, dass Mose in Ägypten im Jähzorn einen Aufseher erschlug und fliehen musste. Der größte Führer des Volkes stirbt ausserdem kurz vor dem Ziel in der Wüste und darf das Gelobte Land selbst nicht betreten. Beides passt nicht zu einem künstlich erfundenen Helden. Und die moderne Forschung zeigt auch, dass die biblische Erzählung über den Auszug aus Ägypten (den Exodus) ebenfalls einen wahren historischen Kern besitzt. Moses gehörte laut der biblischen Überlieferung zum Volk der Hebräer (Israeliten). Die Hebräer waren eine der bedeutendsten semitischen Volksgruppen des Altertums im Nahen Osten. Moses war ein Semit und gehört zu den zentralen Figuren der semitischen Religionsgeschichte. Er wurde als Sohn semitischer Eltern (Amram und Jochebed) geboren und gehörte zum Stamm Levi.Moses befreite die hebräischen (semitischen) Stämme aus der Sklaverei im alten Ägypten. Er führte die semitischen Gruppen durch die Wüste Sinai und einte sie auf dem Weg in das Land Kanaan (das heutige Israel/Palästina). Dadurch legte er den Grundstein für das spätere Königreich Israel. Am Berg Sinai empfing Moses laut der Thora die Gesetzestafeln. Dies gilt als die Geburtsstunde des Judentums – der ältesten der drei großen semitischen Weltreligionen. Die Bibel erwähnt im Buch Exodus 1, dass die Hebräer die Vorratsstädte Pithom und Ramses bauen mussten. Es konnte archäologisch nachgewiesen werden, das es dabei handelt um Pi-Ramesse handelt, die gigantische Hauptstadt, die Ramses II. (13. Jahrhundert v. Chr.) im Nildelta errichten ließ. Ägyptische Inschriften und Wandgemälde belegen zweifelsfrei, dass jahrhundertelang semitische Nomaden und Arbeiter aus Kanaan im Nildelta lebten. Sie kamen oft als Kriegsgefangene, Händler oder wegen Hungersnöten ins Land. Viele wurden für staatliche Bauvorhaben zur Zwangsarbeit herangezogen. In ägyptischen Texten werden oft die Habiru (oder Apiru) erwähnt. Diese werden als staatenlose Außenseiter, Tagelöhner oder Räuberbanden, die oft zu Zwangsarbeit verpflichtet wurden, beschrieben. Linguistisch besteht eine enge Verwandtschaft zum Wort „Hebräer“. Das wichtigste außerbiblische Dokument ist jedoch die Merenptah-Stele (ca. 1208 v. Chr.). Auf dieser Siegesstele des Pharaos Merenptah (Sohn von Ramses II.) wird das Volk „Israel“ zum allerersten Mal in der Weltgeschichte schriftlich erwähnt. Der Text besagt, dass Israel zu dieser Zeit bereits als Volksgruppe in Kanaan existierte. Das passt zeitlich perfekt zu einem Auszug aus Ägypten unter Ramses II.
Fazit: Mose war vermutlich ein semitischer Anführer einer kleineren Gruppe von Zwangsarbeitern, dem die Flucht aus Ägypten gelang.
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Als 1Leviten werden die Nachfahren des Levi bezeichnet, denen allein die Zuständigkeit für den Tempeldienst übertragen war. Auch wenn ihr Stammvater Levi einer der zwölf Söhne Jakobs war, zählen die Leviten nicht als einer der zwölf Stämme Israels, sondern stellen eine separate Gruppe innerhalb des Volks Israel dar