Alchemistische Kernaussagen

Was Uneingeweihten immer wieder große Schwierigkeiten bereitet, ist die Vielfalt der Bedeutungen, der einzelnen alchemistischen Symbole und deren Synonyme: Alchemistische Nomenklatur

Der Alchemist Joh. de Monto-Snyder war der einzige der darüber in gewissen Andeutungen näher gesprochen hat: So wisse dass das Mineralische und Metallische Feuer, so da gefunden wird in Minera Saturni…Kannst du nun diesen beseelten Geist in einem Recipienten fangen, so hast du, sag ich das Universalmenstruum, welches die Gestalt eines trockenen und zugleichen feuchten Metallischen Wassers hat. Zur Bereitung des Universal-Menstruum ist also ein kaltes metallisches Feuer erforderlich. Das ist das geheime Salzfeuer der Alchemisten.  Das mineralische Feuer ist der philosophische Schwefel (Sulphur gezogen aus der Minera Saturni. Dieser feurige Funken, der tief im Inneren unedler Erze und Mineralien schläft und darauf wartet, durch das alchemistische Werk gereinigt zu werden.

Der Alchemist van Helmont war der Überzeugung, dass ihm die Transmutation von Quecksilber in Gold gelungen war. Er schrieb zur von ihm vorgenommenen letzten Arbeitsphase bei der Transmutation von Quecksilber zu Gold mittels des 2400sten Teils einer Unze vom Stein der Weisen: „Dieses Viertel eines Kornes projizierte ich deshalb, in Papier eingewickelt, auf acht Unzen Quecksilber, welche in einem Tiegel erhitzt worden waren, und sofort kam das gesamte Quecksilber […] zum Stehen, und […] fügte […] sich zu einem gelben Klumpen. […].“

Er war ebenfalls der Überzeugung, dass wahre Alchemie eine kabbalistische Kunst sei, die neben geduldiger Prüfung der echten hermetischen Schriften und tiefgründiger Erforschung der Natur einer Offenbarung bedarf, entweder durch einen eingeweihten Adepten oder durch innere göttliche Erleuchtung. Er sagt ferner: Es geht mit Auslegung der hermetischen Schriften wie mit der Bibel: wer beide verstehen und auslegen will, der muß Gott um Erleuchtung bitten. So sagt auch der Alchemist Thomas Vaughan  in seiner Aula lucia: Jeder weiß wohl Wasser im Feuer zu kochen, wenn sie aber unser Feuer in unserem Wasser zu kochen wüßten, würde ihre Natur-Kenntnis über die der Köche steigen.

 Combure in aqua, lava in igne (übersetzt: Verbrenne im Wasser, wasche im Feuer) war eines der klassischen Rätsel der Alchemisten. Mit das „Wasser“ meinten die Alchemisten nicht gewöhnliches Leitungswasser, sondern das philosophische Lösungsmittel , das Azoth. Die Alchemisten kannten vier Arten von Feuer: Das erste Feuer, das Zentralfeuer der Weisen, ist das Feuer des Goldes, der wahre Goldschwefel (Ignis). Das zweite Feuer ist ein doppeltes, hermaphroditisches Feuer, weil es aus zwei konträren Elementen, nämlich Sulphur und Nitrum, zusammenkomponiert ist.  Wer es nun versteht diese beiden konträren Elemente miteinander zu vereinen, der hat das Universal-Menstruum gefunden. Nur dieses feurige Merkurialwasser, welches die Alchemisten auch feuchtes Feuer oder feuriges Wasser nannten,  kann den metallischen Sulphur, das innere Feuer des Goldes (Ignis) erwecken und zu vermehren.  Es ist der Essiggeist oder Azoth der Alchemisten, der rote Adler und nur durch diesem doppelten Geist kann das Gold radikal aufgelöst und zu einem öligen Kalk reduziert, d. h. in seine materia prima zurückgeführt werden. Wer die beiden magischen Elemente: Azoth und Ignis hat kann das Große Werk ausarbeiten, weshalb die Alchemisten auch sagten: „nam ignis et Azoth Philosophoru mineralisches Feuer istm tibi sufficiunt“.  Der Azoth, d. h. das Universalmenstruum kann aber nicht hergestellt werden ohne das dritte Feuer, welches ein kaltes , trockenes Feuer ist, das geheime Salzfeuer der Alchemisten. Die drei magischen Feuer der Alchemisten entsprechen den drei Prinzipien, Mercurius, Sulphur und Sal. Das heiße trockene Zentralfeuer ist der Metallen Sulphur, so wie der wahre Goldschwefel (Ignis). Und das kalte mineralische Salzfeuer ist der Metallen Wasser, das durch Salz reduziert worden ist. Ein viertes Feuer ist das Feuer des Athanors, das allzeit in gleichem Grade gehalten werden muss.

In der alchemistischen Tradition und insbesondere im Werk von Paracelsus (Theophrastus von Hohenheim) unterscheidet man grundlegend zwischen zwei Wegen zur Gewinnung des Steins der Weisen dem „kurzen trockenen Weg“ und dem „langen nassen Weg“ . Der lange Weg basiert auf der sogenannten Aquilisation (Bereitung der Adler). Der Adler ist in der Alchemie das universelle Symbol für die Sublimation (den Übergang eines Stoffes von fest zu gasförmig) Andere Bezeichnungen für den Adler waren aqua vitae, flüchtige weiße Lilie, flüchtiger weißer Drache,  Tau des Himmels, Luftwasser,  Spiritus mercurii, Mercurius universalis. Dieses himmlische Tauwasser muss der Alchemist künstlich in ein feurig Merkurialwasser destillieren. Dieses doppelte Menstruum ist nun der Azoth der Philosophen. Im langen nassen Weg wird die Materie immer wieder verflüssigt, verflüchtigt und kondensiert (oft 7-, 9- oder gar 40-mal). Der feste „Körper“ wird so oft destilliert, bis alles Flüchtige sich gelöst hat. Dieser Weg erfordert enorme Geduld. Er arbeitet mit milder Wärme (z. B. im Sandbad, Wasserbad) und zieht sich oft über Monate oder Jahre hin, da die Natur in ihrem eigenen, langsamen Rhythmus im Labor nachgeahmt wird. Der kurze Weg nutzt extrem hohe Temperaturen (oft direkt im Schmelztiegel oder im Ofen bei Glut), um die Materie in kürzester Zeit aufzubrechen. Statt die Materie über Monate sanft zu zersetzen, wird sie durch die Hitze des  Feuers innerhalb von Tagen oder gar Stunden geschmolzen und verascht. Die Trennung der unreinen Anteile von den reinen Prinzipien (Sulphur, Mercurius, Sal) geschieht hier schlagartig. Dieser Weg ist hochgefährlich und unberechenbar. Die extremen Temperaturen und der plötzliche Druckaufbau im Schmelzprozess führen leicht zu Verpuffungen, giftigen Gasen oder dem Verlust der gesamten Arbeit. Dennoch lehrte Paracelsus den kurzen Weg der extractio sanguinem leonis et glutinum aquilae (übersetzt: Extraktion des Löwenblutes und des Adlerkitts). Das Löwenblut steht für den fixen Sulphur. Der Adlerkitt für den flüchtigen Mercurius. Auch Lullius, Philalethes, Welling und andere lehren den kurzen Weg, der allein die via regia der wahren Adepten sein soll. Vertreter des langen Weges waren die Rosenkreuzer. Auch der legendäre französische Alchemist Nicolas Flamel (14. Jahrhundert) gilt in späten Schriften als einer der berühmtesten Vertretern des langen Weges. Weitere Lehrer des langen Weges waren Basilius Valentinus oder Alexander von Suchten. Der lange Weg wurde von den Alchemisten meistens deshalb empfohlen, weil er Fehler verzeiht. Da mit niedrigen Temperaturen gearbeitet wird, explodieren die Gefäße selten und die giftigen Gase entstehen nur sehr langsam und kontrollierbar.

Das Ausgangsmaterial, die Materie an der der Alchemist das große Werk (Opus Magnum) vollbringt, wird Subjectum artis genannt.  Aus diesem Ausgangsmaterial wird durch Reinigung, Trennung und Neuzusammensetzung der Mercurius, der Sulphur und das Sal ausgezogen, aus denen der Stein der Weisen gemacht  oder das universelle Lebenselixier gewonnen werden kann. Dieses Ausgangsmaterial wird auch Stein der Alchemisten genannt.
Das AZOTH von den Alchemisten auch ihr lebendig machendes Wasser genannt, ist kein alles auflösendes Lösungsmittel, sondern eine geheim gehaltene flüssige Substanz, die benötigt wurde um die Quintessenz, den Mercurius Philosophorum herzustellen, die von der Materie gelöste reine Ursubstanz, die Vorstufe zum sagenhaften Stein der Weisen.
Es ist eine Flüssigkeit, die in der Natur unrein und vermischt vorkommt und daher erst gereinigt werden muss. Hierbei handelt es sich um einen chemischen Reinigungsvorgang. Dieser Vorgang wurde von den Alchemisten philosophische Destillation genannt, doch ist er weniger schwierig wie langwierig. Mancher Alchemist hat nach eigenem Geständnis mehrere Jahre gebraucht, bis ihm die Bereitung des auflösenden Wassers in ausreichender Menge gelang.
Willst du nun den Spiritum Universalis Magneticus suchen so merke dieses: Er wird auf verschiedene Art gefunden und erhalten: erstens schwebt er in der Luft, zweitens im Tau, Regen, Schnee und Hagel. Am bequemsten bekommt man ihn im Regenwasser… In solchem also ist verborgen der Geist, so da alles schmiedet und gebärt, von welchem alle Dinge ihren Anfang haben und schwebt der Geist hier im Wasser.
Im Annulus Platonis (Geheime Wissenschaften) von dem deutschen Rosenkreuzer Anton Joseph Kirchweger, Berlin 1921, wird NITRUM mit eigenen Worten beschrieben als Saame aus dem wiedergebohrnen Chaos oder Regenwasser
Die alten Alchemisten wussten, dass das radioaktive Wasser im natürlich vorkommenden Wasser verborgen war.  Sie sagten „das auflösende Wasser ist in der Natur nicht rein, brauchbar und unvermischt vorhanden, es kann jedoch durch die Kunst gereinigt werden“.
Die mercurialische Komponente des AZOTH ist radioaktiv, denn die Flasche, in der es aufbewahrt wird, gleicht in ihrer Wirkung einer Crookes-Röhre
Das Feuer des Goldes, der wahre Goldschwefel wird von den Alchemisten Ignis genannt.
Der „Mercurius Philosophorum“ ist die eigentliche Materia prima des Steins der Weisen. Wie die Alchemisten sagten: „In mercurio est, quidquid quaerunt sapientes“: Im Mercurius findet sich alles, was wir suchen. In unserem Werk, so versichern sie, genügt der Mercurius allein.
Der Sulphur, die zweite Komponente des Azoth wird aus dem Stein der Alchemisten gezogen. Denn ohne den Stein der Alchemisten, kann der Stein der Weisen (Lapis Philosophorum) nicht hergestellt werden. 
Der Stein der Alchemisten, d. h. das Ausgangsmaterial für den Stein der Weisen wird verhältnismäßig leicht gefunden. Viele haben ihn im Besitz; einige wissen dass er das wahre Subjekt ist, aber sie wissen seine wahre Ausarbeitung nicht, weder den Stein in den Mercurius Philosophorum, noch diesen stufenweise in die Tinktur zu verwandeln.
Das mineralische Feuer und das metallische Feuer werden gefunden in der Minera saturni. Das mineralische Feuer ist ein trockenes kaltes Feuer, das geheime Salzfeuer der Alchemisten
Um die sulphurische Komponente mit der mercurialen Komponente im alchemistischen Sinne zu vereinen, ist das geheime Salz der Weisen erforderlich. In einem ersten Schritt löst sich das Sal im Mercurius (Nitrum) und es entsteht eine neue Substanz , das Sal armoniacum (NH₄Cl). Dieses ist der Salzgeist der Alchemisten.
Die Putrfaktion, auch Clavis Naturae genannt folgt gewöhnlich der Solution und wird oft mit der Digestion und der Zirkulation verwechselt. Manche Alchemisten betrachten die Putrefaktion als den vierten Grad des großen Werkes, obwohl sie der erste ist. Wenn man auf einen Körper wirken will, so muß man ihn zunächst putrefizieren. So wird er geöffnet und einer Verwandlung, einer Evolution ausgesetzt, weil das der Weg ist, den die Natur selbst verfolgt.
Die Alchemisten kannten ein schwefliges Öl von mineralischer Natur. Dieses Öl vervollkommnet die gewöhnlichen Metalle, wenn es auf sie in geöffnetem Zustand appliziert wird.
Der Sulphur der Philosophen ist bei Transparenz purpurrot und hat die metallischen Reflexe ( (Irideszenz)) des Scarabäus. Der Mercurius der Weisen ist ein klares metallisches Wasser. In der Dunkelheit sendet es malvenfarbige Emantionen aus, ist fluoreszent und die Flasche, in der es aufbewahrt wird, gleicht in ihren Wirkungen einer Crookes-Röhre, da die Strahlungen auf Silberchlorür deren spezifische Wirkungen ausüben. Das philosophische Salz tritt in kleinen, silberhellen, stark lichtbrechennden Kristallen auf.
Das Geheimnis vom Salz
Nach dem englischen Alchemisten George Ripley sind im schwarzen Öl der Steinkohle drei Substanzen enthalten: (1) ein weißes Wasser, das Lac virginum der Adepten  (= Ammonikwasser). (2) die Aqua ardens, die angezündet wie gewöhnlicher Weingeist brennt (= Benzol). (3) ein rotes Öl, das Blut des grünen Löwen der Adepten (= Phenol).  In Ripleys weisem Wasser ist ein mineralisches Salz, das sogenannte geheime Salz der Alchemisten, enthalten. Dieses Salz, auch genannt flüchtige weiße Lilie, flüchtiger weißer Adler oder Drache, ist das Ammoniumchlorid (NH4Cl) der Vermittler zwischen Mercurius (Nitrum) und Sulphur.
Aus der Verbindung der beiden konträren Elemente Sulphur und Nitrum entsteht das Universalmenstruum, der Mercurius Philosophorum oder rote Adler und nur dieses Feuerwasser vermag das Gold radikal aufzulösen und in seine Materia prima zurückzuführen.
Der Mercurius Philosophorum ist die Vorstufe zum sagenhaften Stein der Weisen und wird mit dem Azoth aus dem Gold gezogen. Das Gold muss zunächst aktiviert das heißt  alchemistisch kalziniert und zu einem Metallkalk (Pulver) reduziert werden.
Die Alchemisten sagten, nur wer Azoth (Mercurius Philosophorum) und IGNIS (der wahre Goldschwefel) hat, kann das große Werk vollbringen.
Nimm das feurig Elementum Magicum, welches von zwei Höllischen widerwärtigen Materien, als von Sulphure und Nitrum komponiert ist, mit diesem Höllischen verzehrlichen Feuer fange an dem Ende der Natur an, das ist das Gold, bestreite und kalziniere die sonst unüberwindliche Pforte der Solarischen Festung, so entzündet ein Feuer das andere, nempe, ein Schwefel den anderen, und wenn das geschieht, so dominiert das Elementum Ignis, welches ist das zweite Prinzipium in dem Solarischen Leibe
Der Sulphur und das Nitrum (Salpeter) sind beide gewaltige Feuer, aber gar große Feinde. Kannst du diese befreunden und alsdann einen metallischen Sulphur durch ihren feurigen Spiritum entzünden, so hast du das Menstruum Universale, den Mercurius Philosophorum, auch Azoth genannt
Der Sulphur der Metalle hat einen eigenen Schwefel, durch welchen er muss gestärkt und entzündet werden, auf dass er das Dominum erhalten möge, welches eher nicht geschehen kann, es weiche denn das Wasser dem Feuer, nämlich der wässrige Mercurius seinem feurigen Schwefel
Die Putrefaktion, von den Alchemisten auch Clavis Naturae genannt folgt gewöhnlich der Solution und wird oft mit der Digestion und Zirkulation verwechselt. Man betrachtet gewöhnlich die Putrefaktion als den vierten Grad des großen Werkes, obwohl sie der erste ist. Wenn man auf einen Körper wirken will, so muss man ihn zunächst putrefizieren. So wird er geöffnet und einer Verwandlung, einer Evolution, ausgesetz, weil das der Weg ist, den die Natur selbst vefolgt.

Um das auflösende Wasser, den Mercurius philosophorum zu erlangen, werden drei Feuer benötigt:

  1. ein doppeltes hermaphroditisches Feuer: Hermaphroditisch weil es aus zwei konträren Elementen, nämlich Sulphur und mercurius universalis zusammenkomponiert wurde. Nur wer es versteht, diese beiden Elemente miteinander zu vereinen, der hat das Universal-Menstruum gefunden. Nur dieses doppelte Feuer kann den der wahren Goldschwefel  (Ignis) aktivieren und vermehren. Nur dieses Feuerwasser vermag das Gold radikal aufzulösen und in seine materia prima zurückzuführen.
  2. ein kaltes metallisches Feuer : Das Universal-Menstruum kann nicht hergestellt werden ohne das dritte Feuer, das geheime Salzfeuer der Alchemisten. 

Wer Azoth und Ignis hat, kann das Opus magnum der Alchemisten ausarbeiten. Weswegen die Alchemisten auch sagten: „nam ignis et Azoth Philosophorum tibi sufficiunt“ (Denn das Feuer und das Azoth der Philosophen genügen dir). 

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