Geheimnisvolle Orte

Das Zeitalter von Christoph Kolumbus, in dem ganze Kontinente entdeckt wurden, ist lange vorbei, aber es gibt sie tatsächlich noch die mystischen Orte. Geheimnisvolle  Orte haben schon immer eine merkwürdige Faszination und Anziehungskraft auf Menschen ausgeübt. Unbekannte Orte, die ihr Geheimnis bis heute bewahren. Sie liegen im Verborgenen und sind oft von Legenden umwoben. Die angeblich bekannte Welt ist nicht vollständig bekannt. Viele Wüsten, weite Flächen am Nord- und am Südpol wurden bisher zwar von Satelliten aus erfasst, aber noch nie von Menschen betreten. Viele Berge wurden noch nie bestiegen, viele Flüsse noch nicht befahren. Das Amazonas-Gebiet ist in weiten Teilen unbekannt. In Venezuela gibt es 3000 Meter hohe Tafelberge, auf denen noch nie jemand stand. Im Nebelwald von Utcubamba im Norden Perus in der Region Amazonas lebt das Volk der Gocta. Die Einheimischen kennen die Legende von einer schönen blonden Sirene, die in der Lagune eines Wasserfalls wohnt. Sie gilt als Mutter der Fische und Hüterin eines Goldschatzes. Der Wasserfall war lange auf keiner Landkarte verzeichnet. Erst 2006 wurde er von einem peruanischen Forschungsteam vermessen – mit erstaunlichem Ergebnis: 771 Meter, mit einer Messunsicherheit von 13,5 Meter. Es handelte sich um den dritthöchsten Wasserfall der Welt, der nur vom Salto Ángel in Venezuela (972 m) und den Tugela Falls in Südafrika (948 m) übertroffen wurde. Obwohl die Erde angeblich längst komplett vermessen, kartografiert und erforscht ist, gibt es immer wieder sensationelle Entdeckungen, die das Gegenteil beweisen. Manche davon sind real, andere vielleicht nur Legende. Ein Paradebeispiel für einen geheimnisvollen Ort ist z. B. die Höhle von Lascaux im Tal der Vézère (Dordogne). Sie gilt als die „Sixtinische Kapelle der Vorgeschichte“. Die  Originalhöhle ist zum Schutz der prähistorischen Malereien seit 1963 für die Öffentlichkeit geschlossen. Die dortigen Malereien werden auf etwa 17.000 bis 21.000 Jahre geschätzt (Jungpaläolithikum). Über 600 Malereien und 1.500 Gravuren, hauptsächlich von Tieren wie Auerochsen, Pferden, Hirschen und Bisons sind in der Höhle erhalten.

Ile de Sable

Ein weiteres berühmtes Beispiel ist die nicht existierende Île de Sable („Insel aus Sand“) oder Sandy Island. Dabei handelt es sich um eine  Phantominsel im Korallenmeer zwischen Australien und Neukaledonien mit einer vermeintlichen Größe von fast 120 Quadratkilometern. Der französische Seefahrer Joseph Bruny d’Entrecasteaux entdeckte 1792 vor der Nordwestspitze Neukaledoniens mehrere Inseln, darunter ein als Île du Sable bezeichnetes Eiland. Die Insel soll im 18. Jhd. erstmals von dem  britischen Seefahrer, Kartograf und Entdecke James Cook vermessen worden sein. Die Insel war zeitweise auch auf Google Maps vermerkt. Hingegen zeigte sich auf Satellitenbildern (z. B.  Google Earth) ein tiefschwarzer Fleck an der Stelle, an der die Insel vermutet wurde. Auf den Google Karten am Meeresboden sieht man noch die Umrisse einer Erhebung. Es wurde die Vermutung geäußert, die Insel läge normal unter Wasser. Indem sich der Meeresspiegel abwechselnd hebt oder senkt, würde die Insel sporadisch auftauchen und wieder verschwinden.  Diese Theorie konnte widerlegt werden. Vor Ort durchgeführte Messungen der  Universität Sydney  im Jahr 2012 stellten dort jedoch nur Wassertiefen von mehr als 1300 Meter fest. Danach löschten viele Kartenhersteller die Insel aus ihren Werken. Es wurde auch versucht,  das Verschwinden der Insel mit dem legendären Philadelphia-Experiment zu vergleichen.  Demzufolge soll 1943 der Geleitzerstörer USS Eldridge vollkommen unsichtbar geworden sein. Er sei kurzzeitig danach plötzlich im 500 Kilometer entfernten Hafen von Norfolk, Virginia erschienen, bevor er in Philadelphia, Pennsylvania rematerialisierte. Abgesehen davon, ist das Philadelphia-Experiment wahrscheinlich ein Mythos. Eine ganze Insel verschwinden zu lassen, steht außerdem auf einem ganz anderen Blatt als nur ein Schiff.

Kliluk, British Columbia, Kanada: Der See an der Westküste des Landes wird seit langem vom Naturvolk der Okanaganer verehrt und gilt als Ort der Heilung.  Der See ist endorheisch (ohne Abfluss). Im Sommer verdunstet das Wasser und hinterlässt hunderte kreisförmige Mineralbecken. Die Kreise bestehen aus hohen Konzentrationen von Magnesium-, Calcium- und Natriumsulfaten. Je nach Mineralgehalt und Jahreszeit schimmern die Pools in Blau-, Grün- oder Gelbtönen. Für den Zusammenschluss indigener Gemeinschaften, der Syilx Okanagan Nation ist Kliluk ein „Medicine Lake“ mit heilenden Eigenschaften. Jede der unterschiedlichen Flecken soll eine spezifische medizinische Wirkung besitzen.
Hoia-Baciu-Wald, Rumänien:  Der Wald ist nach einem Schäfer namens Hoia benannt, der dort zusammen mit seiner Herde von 200 Schafen spurlos verschwand. Zwischen den Bäumen von Hoia-Baciu in Rumänien gehen angeblich paranormale Phänomene vor sich. Immer wieder wird von Begegnungen mit Außerirdischen berichtet und von Menschen, die im Wald verschwinden (der Wald trägt deshalb auch den Spitznamen „Bermudadreieck von Rumänien“). Die Bäume im Wald wachsen teilweise in bizarren, verkrümmten Formen, was dem Ort eine zusätzliche unheimliche Atmosphäre verleiht Das größte Rätsel von allen ist eine Lichtung mitten im Wald, auf der keinerlei Vegetation wächst. Bodenproben konnten bisher keine wissenschaftliche Erklärung dafür liefern.
Die Burg Houska (Hrad Houska) in Nordböhmen, Tschechien, gilt als eine der geheimnisvollsten Burganlagen der Welt. Der Legende nach wurde die Burg angeblich nicht zum Schutz gegen äußere Feinde errichtet, s Die Burgkapelle wurde direkt über einem tiefen Felsspalt erbaut, der als direkter Eingang zur Unterwelt galt. Legenden berichten von geflügelten Wesen und Halbmenschen, die aus dem Loch emporstiegen, woraufhin man es mit Steinen füllte und die Kapelle darüber errichtete, um das Böse zu versiegeln.ondern um etwas im Inneren festzuhalten. Sie besitzt keine strategische Lage, keine Wasserquelle und keine Verteidigungsanlagen nach außen. Besucher und Forscher berichten regelmäßig von unerklärlichen Erscheinungen, wie  einer Gestalt in Mönchskutte. Die Burgkapelle beherbergt seltene gotische Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert, darunter die Darstellung einer linkshändigen Bogenschützin (ein Zentaur).
Catemaco, Mexiko ist bekannt für seine mystische Atmosphäre, den tiefblauen Catemaco-See und seine tief verwurzelte Tradition der Hexerei (Brujería). Die Stadt liegt inmitten der tropischen Sierra de Los Tuxtlas und gilt als Zentrum für Schamanen und Naturheiler. Es wird angenommen, dass die Mystik von Afrokubanern oder Afrohaitianern herrührt, die während der spanischen Eroberung hierher kamen und einen Mix aus Katholizismus, Voodoo, Santeria („Weg der Heiligen“) und indigenen Überzeugungen schufen.
Die Nullarbor-Ebene in Australien, eine riesige, baumlose Wüstenlandschaft, gilt als Schauplatz mehrerer bemerkenswerter UFO-Sichtungen. Der berühmteste Vorfall ereignete sich am frühen Morgen des 20. Januar 1988 nahe Mundrabilla auf dem Eyre Highway. Faye Knowles und ihre drei Söhne (damals 18 bis 24 Jahre alt) waren auf dem Weg nach Melbourne, als sie ein helles, gelbes, zickzackförmiges Licht bemerkten. Laut Berichten verfolgte das Objekt ihr Fahrzeug, landete schließlich auf dem Dach ihres Ford Telstar, hob es an und warf es mit solcher Kraft wieder auf die Straße, dass ein Reifen platzte und das Dach verbeult wurde. Das Auto war mit einer seltsamen, schwarzen ascheartigen Substanz bedeckt. Die Familie berichtete von Desorientierung und dem Gefühl, dass die Zeit stillstand. Andere Reisende haben von großen, leuchtenden Kugeln berichtet, die in der Gegend um den Eyre Highway gesichtet wurden. Es gibt auch häufige Berichte über ungewöhnliche Lichter, die sich schnell bewegen und mitunter dreieckige Formationen bilden. Obwohl viele der dortigen Sichtungen rational erklärbar sind (z. B. Satellitenstarts, Raketenabgase oder Luftspiegelungen), bleibt der Fall der Familie Knowles  einer der am besten dokumentierten und rätselhaftesten UFO-Vorfälle in der australischen Geschichte.
Der Joshua-Tree-Nationalpark in der Mojave-Wüste ist für seine mystische Atmosphäre und häufige Berichte über UFO-Sichtungen, merkwürdige Lichter am Nachthimmel sowie magnetische Energiefelder bekannt. Besucher berichten immer wieder von seltsamen Lichtern, „Missing Time“ (Zeitverlust) und unerklärlichen Geräuschen in der Wüste. In der Nähe des Parks befindet sich der Giant-Rock, der größte freistehende Felsbrocken der Welt, der in den 1950er Jahren ein bekannter Treffpunkt für UFO-Anhänger war. Es heißt, der Ort sei ein energetisches Zentrum für außerirdische Kommunikation. In der Nähe von Giant Rock errichtete der Ufologe Van Tassel nach eigenen Angaben aufgrund telepathischer Anweisungen von Außerirdischen von der Venus den Integratron. Die einzigartigen Joshua-Bäume (Yucca brevifolia) verleihen der Mojave-Wüste eine außerirdisch anmutende Umgebung, besonders im Cholla Cactus Garden bei Sonnenaufgang und -untergang.
Der Miami Circle besteht aus Hunderten von Löchern in einer Schicht Sedimentgestein, von dem zwei Dutzend einen perfekten Kreis bilden – dieser gilt als „Amerikas Stonehenge“. Der Ursprung der seltsamen Formation ist nicht bekannt. Experten vermuten aber, dass sie vor etwa 1.700 bis 2.700 Jahren Jahren vom Stamm der Tequesta gemeißelt wurde. Es handelt sich um das einzige bekannte Beispiel prähistorischer Architektur im Osten Nordamerikas, das direkt in den Fels gehauen wurde. Die Tequesta waren ein inzwischen ausgestorbener indianischer Stamm, der im 16. Jahrhundert die Südostküste Floridas besiedelte. Sie waren als Holz- und Bootsbauer aktiv und wurden durch Kontakt mit Spaniern im 18. Jahrhundert dezimiert.
Pendle Hill, Lancashire, England: Der Pendle Hill ist ein wunderschöner Ort mit einer düsteren Vergangenheit. In dieser hügeligen grünen Landschaft fanden die berüchtigten Hexenprozesse von 1612 statt. Zwölf Personen aus der Umgebung wurden des Mordes durch Hexerei beschuldigt; zehn von ihnen wurden schließlich in Lancaster hingerichtet.