Das Alaska Dreieck

Alaska, der 49. Bundesstaat der USA, ist doppelt so groß wie Texas. Er gilt als eine der unberührtesten und geheimnisvollsten Regionen des Landes und beherbergt 17 der 20 höchsten Berge der USA, rund 100.000 Gletscherseen und zahlreiche Naturschutzgebiete. Im Laufe der Jahre wurden dort auch 16.000 Fälle von spurlos verschwundenen Personen registriert, darunter Flugreisende, Einheimische und Touristen. Wie weite Teile Alaskas besteht auch das Gebiet innerhalb des Alaska-Dreiecks aus rauer Wildnis mit dichten Wäldern, steilen Berggipfeln, Hochgebirgsseen und weiten Ödlandflächen. Laut dem Magazin „The Atlantic“ werden in Alaska durchschnittlich 3.000 Menschen pro Jahr vermisst, und die meisten dieser Vorfälle ereignen sich im sogenannten „Alaska-Dreieck“. Jedes Jahr werden hier zahlreiche Such- und Rettungsaktionen durchgeführt, die jedoch meist ergebnislos verlaufen. Das Alaska-Dreieck ist eine riesige, wilde Region zwischen Anchorage, Juneau und Barrow, in der Berichten zufolge massenhaft Menschen verschwinden und auch der Bigfoot schon gesichtet wurde.  In Alaska wird Bigfoot von Kryptozoologen oft auch als Hairyman bezeichnet. Besonders die verlassene Siedlung Port Chatham gilt als Epizentrum für Sichtungen. Dort sollen aggressive Kreaturen im frühen 20. Jahrhundert die Bewohner vertrieben haben. Die indigenen Tlingit erzählen Legenden vom Kushtaka, einem gestaltwandelnden „Ottermenschen“. Dieser soll unvorsichtige Wanderer in die Falle locken. Kryptozoologen wie Cliff Barackman suchen vor Ort nach wissenschaftlichen Beweisen wie Fußabdrücken oder DNA-Proben der Kreatur. Parallel untersuchen Forscher andere Phänomene wie magnetische Anomalien („Vortex“) und UFOs. Während Kryptozoologen nach Beweisen suchen, führen Experten das Verschwinden der über 20.000 Menschen seit den 1970er Jahren auf die rauhe Natur zurück. Das Gelände im Dreieck ist geprägt von dichten Wäldern, tiefen Gletscherspalten, extremem Wetter und Raubtieren wie Bären und Wölfen.

Am 26. Januar 1950 verschwanden 44 Besatzungsmitglieder an Bord einer Douglas C-54D, einem militärischen Transportflugzeug auf dem Weg von Alaska nach Texas, spurlos. Es wurden keine  der Maschine gefunden. Das viermotorige Transportflugzeug der US Army Air Force mit einem Gewicht von fast 30.000 kg verlor plötzlich den Kontakt und verschwand spurlos wie eine Seifenblase in der Luft.  Bis heute sind der Verbleib der Douglas C-54D und das Schicksal der 44 unglücklichen Opfer ein ungelöstes Rätsel für die US-Luftwaffe. Zwei Jahrzehnte nach dem unerklärlichen Verschwinden in der Luft, im Oktober 1972, verschwand ein weiteres Flugzeug mit den demokratischen Kongressabgeordneten Hale Boggs und Nick Begich an Bord spurlos über dem Alaska-Dreieck. Einundvierzig Flugzeuge durchkämmten 39 Tage lang das Gebiet, in dem die Maschine verschwunden war, doch das Rätsel um das Schicksal der beiden Kongressabgeordneten und der beiden Piloten an Bord blieb ungelöst. 

Das Alaska-Dreieck gilt neben Bigfoot-Sichtungen auch als absoluter Hotspot für UFO-Aktivitäten und Alien-Theorien. Der wohl berühmteste Ufo-Vorfall ereignete sich am 17. November 1986. Die Besatzung einer Boeing 747 sichtete über Alaska drei unidentifizierte Flugobjekte, die das Flugzeug ein Stück begleiteten und intensive Lichtblitze abgaben. Der Vorfall sorgte für großes Aufsehen, da die Objekte zeitweise sowohl vom militärischen als auch vom zivilen Radar erfasst wurden.

Ufologen vermuten zudem unterirdische Stützpunkte im Dreieck. Besonders im Fokus steht der Mount Hayes, unter dem sich laut Gerüchten eine geheime außerirdische Operationsbasis befinden soll. Auch vor der Küste der Kleinstadt Ketchikan vermuten Kryptozoologen außerirdische Unterwasserbasen (USOs).

Nahe des Denali-Nationalparks wird über eine riesige, unterirdische, schwarze Pyramide spekuliert. Sie soll laut Theorie starke elektromagnetische Energiewirbel (Vortex) erzeugen, die Navigationsgeräte stören und Portale öffnen. Angeblich wurde die Pyramide während des Zweiten Weltkriegs (oder laut anderen Versionen im Jahr 1992 bei einem unterirdischen Atomtest in China) durch seismische Messungen des US-Militärs entdeckt. . Sie soll tief unter der Erde in der alaskanischen Wildnis vergraben sein – genauer gesagt auf den Ebenen nordwestlich des Denali-Nationalparks irgendwo zwischen Nome und Mount McKinley. Da sie laut Theorie uralt ist, wird sie oft einer fortschrittlichen, untergegangenen Hochkultur oder außerirdischen Besuchern zugeschrieben. Die Pyramide soll in der Lage sein, gewaltige Mengen an elektromagnetischer Energie zu erzeugen – theoretisch genug, um ganz Nordamerika mit Strom zu versorgen. Diese Energie erzeugt angeblich künstliche Magnetanomalien und Zeitverzerrungen an der Oberfläche. Verschwörungsgläubige machen diese elektromagnetischen Störungen dafür verantwortlich, dass Flugzeugantriebe versagen, Kompasse um bis zu 30 Grad abweichen und tausende Wanderer die Orientierung verlieren und spurlos verschwinden. Ufologen vermuten hinter den tausenden Vermisstenfällen der Region Entführungen durch Außerirdische.

Um das spurlose Verschwinden von Flugzeugen und Menschen im Alaska Dreieck zu erklären, wird oft  die Theorie der Vile Vortices oder auch Vortex-Theorie (das sind elektromagnetische Energiewirbel) herangezogen. Der Kryptozoologe Ivan T. Sanderson stellte 1968 die Theorie auf, dass die Erde von einem geometrischen Netz überzogen ist, an dessen Schnittpunkten zwölf gigantische elektromagnetische Anomalien existieren. Das Bermuda-Dreieck gilt als der bekannteste dieser Wirbel. Das Alaska-Dreieck wird oft als ein weiterer dieser „Vile Vortices“ eingestuft. Laut dieser Theorie erzeugen die Wirbel massive, unvorhersehbare elektromagnetische Felder. In diesen Wirbeln sollen sich interdimensionale Portale öffnen können, die Objekte buchstäblich „verschlucken. Für die Existenz feinstofflicher solcher „Energiewirbel“ oder Dimensionsportale gibt es zwar keinerlei wissenschaftliche Beweise,  doch in Alaska gibt es tatsächlich starke, natürliche magnetische Anomalien. Die magnetische Deklination kann Kompasse in manchen Regionen um bis zu 30 Grad ablenken. Dies führt ohne moderne GPS-Systeme schnell zu fatalen Navigationsfehlern bei Piloten und Wanderern. Auch treten häufig geomagnetische Stürme auf. Das Auftreten von Polarlichtern (Aurora Borealis) im Norden z. B. steht im Zusammenhang mit Sonnenwinden, die das geomagnetische Feld der Erde stören. Dies kann Funkverbindungen kappen und Elektronik vorübergehend beeinträchtigen.

Die  „Vile Vortices“ im Überblick:

  • Das Bermuda-Dreieck
  • Das Drachen-Dreieck (Teufelssee)
  • Die Megalithe von Algerien
  • Mohenjo-Daro
  • Die Hamakua-Anomalie: Ein marines Gebiet nordöstlich von Hawaii, in dem es laut Sanderson vermehrt zu Flugzeug- und Schiffsunfällen kam.
  • Die Osterinsel (Rapa Nui
  • Die Südatlantische Anomalie (SAA): Ein Bereich vor der Küste Südamerikas, an dem das Magnetfeld der Erde tatsächlich nachweisbar geschwächt ist. Raumfahrzeuge und Satelliten (wie das Hubble-Teleskop) sind dort erhöhter Strahlung ausgesetzt.
  • Die Wharton-Senke (Wharton Basin): Ein tiefer, seismisch hochaktiver Graben im nordöstlichen Indischen Ozean (westlich von Australien).
  • Die Neue-Hebriden-Rinne: Ein Tiefseegraben im Südwestpazifik (nahe Vanuatu), der durch starke tektonische Aktivitäten geprägt ist.
  • Die Lopnor-Anomalie (Südafrika): Ein Gebiet im Indischen Ozean südöstlich von Afrika (Madagaskar-Becken), das für plötzliche Wetterumschwünge berüchtigt ist.

Der britische Archäologe Alfred Watkins bemerkte 1921, dass viele alte Stätten in England (wie Kirchen, Hügelgräber und römische Straßen) auf geraden Linien lagen. Er nannte sie Ley-Linien. Laut seiner Theorie liegen natürliche Kraftorte wie die Vile Vortices nicht zufällig verteilt, sondern exakt auf den Schnittpunkten dieser Linien. Im Zuge dieser Theorie entwickelten Forscher in den 1970er Jahren mathematische und geometrische Modelle, um das globale Netz zu visualisieren. Das Becker-Hagens-Gitter (UVG – Unified Vector Geometry) basiert auf den Arbeiten russischer Wissenschaftler (Makarow, Morosow und Goncharow). Sie legten ein Netz aus Ikosaedern (Zwanzigflächnern) und Dodekaedern (Zwölfflächnern) über die Erde. Die Schnittpunkte: Auf den Eckpunkten dieses weltweiten Gitters liegen laut den Vertretern nicht nur die  Vile Vortices, sondern auch historische Zentren wie die Pyramiden von Gizeh, Stonehenge, Machu Picchu oder das Orakel von Delphi.

Ein Beispiel im globalen Energienetz ist die sogenannte „Große Ley-Linie“ (Great Ley Line), die auch als Apollo-Athene-Linie oder Sankt-Michaels-Linie bezeichnet wird. Diese Linie zieht sich schnurgerade über Tausende von Kilometern von Irland im Nordwesten bis nach Israel im Südosten. Das Besondere: Fast alle Stätten auf dieser Achse sind historisch entweder dem Erzengel Michael (dem Bezwinger des Drachen/Bösen) oder dem griechischen Lichtgott Apollo gewidmet. Die Stätten liegen auf einer nahezu perfekten Luftlinie. Die Linie folgt in etwa der Richtung des Sonnenaufgangs am Tag der Sommersonnenwende, was sowohl zu Apollo (Sonnengott) als auch zu Michael (Lichtbringer) passt.

Hier sind die wichtigsten Stationen dieser Linie von Nordwest nach Südost:

  • Skellig Michael (Irland): Ein extrem isoliertes, steiles Felsenkloster im Atlantik.
  • Michael’s Mount (Cornwall, England): Eine berühmte Klosterinsel vor der englischen Küste.
  • Mont-Saint-Michel (Normandie, Frankreich): Die weltbekannte, monumentale Klosterinsel im Wattenmeer.
  • Sacra di San Michele (Piemont, Italien): Ein mächtiges, auf einem Berg errichtetes Kloster im Susatal.
  • Delphi (Griechenland): Das berühmteste Orakel der Antike, das dem Gott Apollo geweiht war.
  • Delos (Griechenland): Die heilige Insel der Antike und mythologischer Geburtsort von Apollo.
  • Symi (Griechenland): Eine Insel in der Ägäis mit dem großen Kloster des Erzengels Michael von Panormitis.
  • Berg Karmel (Israel): Eine heilige Bergkette bei Haifa, die seit der Antike als spiritueller Ort gilt.

Der Iliamna-See (Lake Iliamna) liegt im Südwesten Alaskas und verdankt seinen Platz in den Mythen des Alaska-Dreiecks vor allem den Berichten über das Iliamna Lake Monster. Einheimische Ureinwohner (Aleuten und Tlingit) erzählen sich seit Generationen Geschichten über eine riesige, aggressive Kreatur. Sie wird traditionell Jig-ik-nak oder Gonakadet genannt. Augenzeugen beschreiben ein 3 bis 15 Meter langes, dunkles Tier mit einem kantigen Kopf. Es soll Berichten zufolge sogar kleine Boote attackiert haben. Die Augenzeugenberichte über das Iliamna-See-Monster erstrecken sich über Jahrzehnte. Sie stammen nicht aus vagen Gerüchten, sondern oft von erfahrenen Buschpiloten, Biologen und Einheimischen, die die Tierwelt Alaskas genau kennen. Aus der Luft und vom Boot aus wurden dabei immer wieder faszinierende Beobachtungen gemacht Wissenschaftler und Fischer vermuten hinter den Sichtungen meist reale, aber für Laien ungewöhnlich große Tiere: z. B. weiße Störe. Diese Fische werden von Biologen oft als „lebende Fossilien“ bezeichnet. Die Familie der Störe existiert seit über 200 Millionen Jahren. Sie schwammen bereits in den Gewässern, als die Dinosaurier die Erde beherrschten, und haben sich optisch kaum verändert. Ein voll ausgewachsener, 5 bis 6 Meter langer Stör sieht für das menschliche Auge absolut prähistorisch aus. Seine Haut ist nicht glatt, sondern mit fünf Reihen massiver, knöcherner Panzerplatten (Schilden) bedeckt. Da Störe Kiemenatmer sind, müssen sie niemals an die Oberfläche kommen. Sie leben am dunklen Seeboden und können dort über 100 Jahre alt werden. Das erklärt perfekt, warum Augenzeugen nur extrem selten einen Blick auf die Kreatur erhaschen. Der Iliamna-See ist 124 Kilometer lang, bis zu 35 Kilometer breit und umfasst eine Fläche von 2.622 km². Das östliche Ende des Sees fällt bis auf 301 Meter ab. Dies bietet theoretisch genug Raum für unentdeckte Großlebewesen. Es gab über die Jahrzehnte mehrere nennenswerte Expeditionen und Suchaktionen am Iliamna-See, um dem Geheimnis des Seeungeheuers  auf den Grund zu gehen. Die unwegsame Wildnis und die enorme Tiefe des Sees machten diese Versuche jedoch extrem schwierig. Eine erwähnenswerte Expedition ist die Stigar-Wright-Untersuchung (2017–2021): Der pensionierte Oberst Mark Stigar und sein Partner unternahmen private, technische Expeditionen. Sie legten Langleinen in über 30 Metern Tiefe aus und installierten Unterwasserkameras. 2017 wurde ihre Ausrüstung von einer massiven Kraft zerstört: Ein zentimeterdickes Edelstahl-Glied wurde verbogen, Nylonseile wurden durchgebissen und ein 17 Kilogramm schwerer Anker wurde über 45 Meter weit über den Seeboden geschleift. Vielleicht ist dieser Vorfall ein Indiz für die Existenz des Iliamna Lake Monsters. Der Iliamna-See ist über den Kvichak River direkt und barrierefrei mit dem Meer verbunden. Es gibt auf der gesamten Flussstrecke keine Wasserfälle, Staudämme oder nennenswerten Stromschnellen, die wandernde Tiere aufhalten würden. Die geografische Beschaffenheit des Kvichak Rivers macht es biologisch und physikalisch vollkommen möglich, dass ein großes marines Lebewesen, wie z. B. der weiße Stör. über den Fluss in den Iliamna-See geschwommen ist und dort lebt.  Vielleicht ist er den Lachsen gefolgt, die jedes Jahr im Sommer (Hauptphase von Juni bis August) aus dem Pazifik über die Bristol Bay und den Kvichak River in den See wandern. Der See und sein Abfluss, der Kvichak River, bilden zusammen das wichtigste Laichgebiet für den Rotlachs (Sockeye Salmon) auf der ganzen Welt. Die Lachse sind auch der Hauptgrund, warum das Ökosystem überhaupt  riesige Raubtiere ernähren könnte. Der massive Fischzug lockt riesige Raubfische wie den prähistorischen Weißen Stör oder den Pazifischen Schlafhai aus dem Meer direkt in den See.

Parallelen mit Nessie, von dem die Kryptozoologen annehmen es könnte sich um einen Plesiosaurier  handeln, sind abwegig.  Plesiosaurier waren Reptilien die an der Oberfläche Luft atmen mussten. Ein so großes Tier, das alle paar Stunden zum Atmen auftauchen muss, wäre in der heutigen Zeit von Satelliten, Drohnen und Tausenden von Überflügen längst zweifelsfrei fotografiert worden. Das gilt übrigens auch für Loch Ness. Der Iliamna-See friert im Winter zudem monatelang komplett zu. Große, wechselwarme Reptilien der Urzeit hätten in diesem eiskalten Wasser ohne Möglichkeit, zum Atmen an die Oberfläche zu kommen oder sich aufzuwärmen, keine Überlebenschance.