Große Katastrophen
Die größten Katastrophen der Welt
1) Das Reaktorunglück von Tschernobyl war die schwerste Katastrophe in der Geschichte der zivilen Nutzung der Kernenergie. Bei einem missglückten Sicherheitstest im Block 4 des Kernkraftwerks nahe der ukrainischen Stadt Prypjat kam es am 26. April 1986 zu einer unkontrollierten Leistungsexpansion, einer Kernschmelze und zwei schweren Explosionen, die den Reaktor vollständig zerstörten. Riesige Mengen radioaktiven Materials wurden in die Erdatmosphäre geschleudert und über weite Teile Europas verteilt. Der Nuklearunfall wurde auf der 1Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) mit der Höchststufe 7 („katastrophaler Unfall“) klassifiziert. Ursächlich waren zwei Kons truktionsfehler des Reaktors. Der Reaktortyp (RBMK-1000) besaß eine gefährliche physikalische Eigenschaft (einen positiven Dampfblasenkoeffizienten), die den Reaktor bei Kühlmittelverlust unkontrolliert beschleunigte. Zudem besaßen die Steuerstäbe Graphitspitzen, die beim Einfahren die Leistung kurzzeitig anstatt zu senken, extrem erhöhten. Mitursächlich war auch ein Bedienungsfehler. Um einen geplanten Sicherheitstest zur Notstromversorgung durchzuführen, schalteten die Techniker wichtige automatische Sicherheitssysteme ab und fuhren den Reaktor in einem instabilen Leistungsbereich an. Unmittelbar bei der Explosion und in den Wochen danach starben etwa 30 Menschen – vor allem Kraftwerksmitarbeiter und Feuerwehrleute an der akuten Strahlenkrankheit. Über die genaue Zahl der weltweiten Spätfolgen durch Krebserkrankungen herrscht bis heute Uneinigkeit. Um das Kraftwerk wurde eine 30-Kilometer-Sperrzone wurde eingerichtet. Mehr als 350.000 Menschen mussten dauerhaft evakuiert werden, darunter die komplette Bevölkerung der Arbeiterstadt Prypjat. Eine radioaktive Wolke zog über Weißrussland, Russland und die Ukraine hinweg nach Westeuropa. Auch in Deutschland – besonders im Süden und im Bayerischen Wald – lagerte sich durch Regen radioaktives Cäsium-137 ab. Bis heute sind dort bestimmte Wild- und Pilzarten messbar belastet. Nachdem direkt nach dem Unfall ein provisorischer „Sarkophag“ aus Beton über den Reaktor gebaut wurde, schützt seit Ende 2016 eine gigantische, langlebige Stahlhülle, das sogenannte New Safe Confinement (NSC), die Umwelt vor weiterer Strahlung. Das Kraftwerk wurde im Jahr 2000 endgültig abgeschaltet, der Rückbau und die Sicherung der Ruine dauern jedoch bis heute an.
2) Der Nuklearunfall von Fukushima am 11. März 2011 im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ist die schwerste nukleare Katastrophe seit dem Reaktorunglück von Tschernobyl 1986. Er wurde ebenfalls mit der Höchststufe 7 („katastrophaler Unfall“) klassifiziert. Ursächlich war ein schweres Seebeben der Stärke 9,0 vor der Küste Japans das einen gewaltigen Tsunami auslöste. Eine rund 15 Meter hohe Welle überspülte die Schutzbauten des direkt an der Küste gelegenen Kraftwerks. Das Wasser setzte die Notstromdieselgeneratoren unter Wasser und zerstörte die elektrische Stromversorgung komplett. Ohne Strom fiel das primäre Kühlsystem für die Reaktoren aus. In den Reaktorblöcken 1, 2 und 3 erhitzten sich die Brennelemente unkontrolliert, was zu Kernschmelzen führte. Durch chemische Reaktionen bildete sich Wasserstoff, der folgenschwere Wasserstoffexplosionen in den Außenhüllen auslöste und radioaktives Material in die Umwelt freisetzte. Große Mengen radioaktiver Stoffe (vor allem Cäsium und Jod) verseuchten Böden, Luft und das umliegende Meerwasser. Rund 120.000 bis 160.000 Menschen mussten ihre Wohnorte in der Evakuierungszone fluchtartig verlassen. von den offiziellen staatlichen Evakuierungsanordnungen betroffen waren 12 Gemeinden (Städte, Kleinstädte und Dörfer). Durch die Strahlung selbst traten direkt keine akuten Todesfälle auf. An den indirekten Folgen der harten Evakuierungsbedingungen, durch Krankheiten oder psychische Belastungen starben jedoch über 2.300 Menschen. Das Erdbeben und der Tsunami forderten in der gesamten Region zudem circa 19.000 Menschenleben. Bis heute (Stand 2026) sind einige Kernzonen („schwer zugängliche Gebiete“) in sieben der ursprünglich gesperrten Gemeinden weiterhin gesperrt. Einige Sperrzonen hingegen sind wieder freigegeben worden, die Rückkehrraten der Bevölkerung in die „Geisterdörfer“ bleiben jedoch gering. Da die geschmolzenen Kerne weiterhin kontinuierlich mit Wasser gekühlt werden müssen, fallen täglich große Mengen radioaktiven Abwassers an. Dieses wird gefiltert und seit 2023 in stark verdünnter Form (hauptsächlich noch Tritium enthaltend) kontrolliert in den Pazifischen Ozean geleitet. In den Tagen und Wochen nach dem Reaktorunfall wurden vermehrt Aufnahmen von hellen, kugelförmigen Lichtern (Orbs) und unbekannten Flugobjekten über dem AKW und den Evakuierungszonen veröffentlicht. Zeugen und Überwachungskameras dokumentierten seltsam schwebende, leuchtende Objekte, die sich teilweise in Zickzack-Bewegungen fortbewegten. Ufo-Forscher vermuten, dass außerirdische Aktivitäten durch die nukleare Katastrophe ausgelöst wurden. Es wurde spekuliert, dass die leuchtenden Objekte eine Art „Rettungsmission“ (2Schutzschild“-Theorie) durchgeführt hätten. So sollen die Strahlungswerte aktiv gesenkt oder das Ausmaß der Kernschmelzen künstlich eingedämmt worden sein, um die Menschheit vor einer noch größeren Verseuchung Asiens zu bewahren. Als Argument wird angeführt, dass das Ausmaß der radioaktiven Verseuchung im Vergleich zur totalen Menge des geschmolzenen Kernmaterials überraschend „gering“ geblieben sei. Weitere Beispiele für nukleare und radiologische Ereignisse waren Kyschtym (1957 Stufe 6), Three Mile Island (1979 Stufe 5) oder Tokaimura (1999 Stufe 4).
Die internationale Bewertungsskala für nukleare und radiologische Ereignisse heißt 1INES (International Nuclear and Radiological Event Scale). Die Skala ist logarithmisch aufgebaut (jede höhere Stufe ist etwa zehnmal schwerwiegender) und unterteilt sich in sieben offizielle Stufen sowie eine neutrale Basisstufe:
Die 2Schutzschild-Theorie besagt, dass außerirdische Raumschiffe nach der Fukushima-Katastrophe im März 2011 ein unsichtbares oder energetisches Schutzschild über den havarierten Reaktoren errichtet hätten. Ziel dieser vermeintlichen Intervention soll es gewesen sein, die Ausbreitung der radioaktiven Strahlung massiv einzudämmen und eine noch größere globale Umweltkatastrophe zu verhindern. Hochentwickelte Zivilisationen sollen ein besonderes Interesse an menschlichen Atomanlagen haben – sei es aus Sorge um den Planeten Erde oder um atomare Gefahren zu überwachen. |
3) Einsturz der Silver Bridge: Die Hängebrücke über den Ohio River zwischen Point Pleasant, West Virginia, und Gallipolis, Ohio, stürzte am 15. Dezember 1967 während des Feierabendverkehrs ein. Die Stahlketten der Brücke rissen und die Fahrbahn brach zusammen. Insgesamt 31 Fahrzeuge stürzten in den eiskalten Fluss, wobei 46 Menschen starben und neun weitere verletzt wurden. Das Unglück gilt als eine der größten Katastrophen in der Geschichte des Bauingenieurwesens. Ursächlich war ein mikroskopisch kleiner, über Jahrzehnte unentdeckter Riss in einem entscheidenden Stahl-Augenstab (eyebar) unter einer Endkappe, der zum Bruch des Bauteils führte. Anders als moderne Hängebrücken, die an redundanten Drahtseilen hängen, war die Silver Bridge auf eine Kette aus einzelnen, massiven Augstäben angewiesen. Bricht ein Stab, verliert die gesamte Brücke ihre Stabilität. Innerhalb von weniger als 20 Sekunden stürzte das gesamte Bauwerk in sich zusammen. Im Zusammenhang mit dem Einsturz der Silver Bridge ist die angebliche Sichtung des sogenannten Mothman von Bedeutung. Die Sichtungen begannen genau 13 Monate vor dem Einsturz, am 15. November 1966, und endeten abrupt mit der Katastrophe am 15. Dezember 1967. Augenzeugen beschrieben übereinstimmend eine zwei bis zweieinhalb Meter große, menschenähnliche Gestalt mit riesigen Flügeln und intensiv rot glühenden Augen. Die gängigste Theorie besagt, dass der Mottenmann ein übernatürliches Wesen war, das erschien, um die Bewohner vor der bevorstehenden Katastrophe zu warnen. Wie hätte er das tun sollen? Außerdem spricht der Einsturz ausgerechnet während des Feierabendverkehrs und die Todesopfer gegen diese Theorie. Eine andere Theorie besagt die Kreatur habe den Einsturz selbst herbeigeführt. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass es sich bei den Sichtungen um eine Mischung aus Massenhysterie und Fehlinterpretationen von großen Vögeln handelte – wie etwa einem Kanadakranich oder einer großen Eulenart, deren Augen im Scheinwerferlicht rot reflektieren.
Die allererste Sichtung (12. November 1966) Drei Tage vor dem offiziell bekannten Erstkontakt arbeiteten fünf Friedhofsmitarbeiter im nahegelegenen Ort Clendenin, West Virginia. Sie berichteten, dass plötzlich eine menschenähnliche, braune Gestalt aus den Bäumen aufstieg und knapp über ihren Köpfen hinwegflog. Die Männer waren zutiefst verstört, meldeten den Vorfall jedoch zunächst aus Angst vor Spott nicht. Der Vorfall im TNT-Areal (15. November 1966). Dies ist die berühmteste Sichtung, die den Hype auslöste. Zwei junge Ehepaare (Roger und Linda Scarberry sowie Steve und Mary Mallette) fuhren spät nachts durch das verlassene Militärgelände außerhalb von Point Pleasant.
Weitere markante Berichte und Phänomene In den folgenden 13 Monaten kam es zu über 100 dokumentierten Sichtungen. Dabei traten merkwürdige Begleiterscheinungen auf:
In den Tagen direkt vor dem 15. Dezember 1967 häuften sich die Berichte, dass eine große, dunkle Gestalt direkt auf den Querträgern der Silver Bridge saß. Einige Autofahrer berichteten, beim Überqueren der Brücke ein drückendes Gefühl der Angst verspürt zu haben. Nach dem katastrophalen Einsturz am späten Nachmittag des 15. Dezember wurde das Wesen in Point Pleasant nie wieder gesehen. |
4) Aussterben der Dinosaurier: Vor etwa 66 Millionen Jahren am Ende der Kreidezeit kam es zu einem globalen Massensterben. Ursächlich war der Einschlag eines riesigen Asteroiden (der sogenannte Chicxulub-Krater) auf der heutigen Halbinsel Yucatán in Mexiko, kombiniert mit massiven, langanhaltenden Vulkanausbrüchen. Der etwa zehn Kilometer große Asteroid schlug mit der Wucht von Milliarden Atombomben ein. Er löste gewaltige Erdbeben, Tsunamis und weltweite Waldbrände aus. Gewaltige Mengen Schwefel wurden in die Atmosphäre geschleudert, die das Sonnenlicht blockierten. Die Erde kühlte abrupt ab, und die weltweite Dunkelheit ließ Pflanzen absterben, wodurch die Nahrungsgrundlage für viele Dinosaurier verschwand. Etwa 75 Prozent aller damaligen Tier- und Pflanzenarten starben aus. Die einzigen Dinosaurier, die das Massensterben überlebten, waren kleine, gefiederte Vertreter. Sie haben sich im Laufe der Jahrmillionen zu den heutigen Vögeln entwickelt. Der Untergang der Urzeitriesen fasziniert Forscher weltweit bis heute.
5) Tunguska Explosion: Am 30. Juni 1908 erfolgte eine gewaltige Explosion in Sibirien (Russland), die als der größte kosmische Einschlag in der aufgezeichneten Menschheitsgeschichte gilt. Augenzeugen berichteten am Morgen des 30. Juni gegen 07:14 Uhr Ortszeit von einer gleißend hellen Feuerkugel, die sich über den Himmel bewegte. Das kosmische Objekt schlug nicht auf dem Boden ein, sondern explodierte in einer Höhe von etwa 5 bis 10 Kilometern über der Erdoberfläche. Die Explosion besaß eine Sprengkraft von etwa 10 bis 15 Megatonnen TNT – was mehr als der 1000-fachen Stärke der Hiroshima-Atombombe entspricht. Die resultierende Schockwelle knickte rund 80 Millionen Bäume auf einer Fläche von über 2.150 Quadratkilometern Taiga-Wald wie Streichhölzer um. Es gab keinen Einschlagkrater. Im Epizentrum der Katastrophe standen die Bäume zwar teilweise noch aufrecht, waren jedoch komplett entastet und verkohlt („Telegrafenmast-Effekt“), während die Bäume im Umkreis radial nach außen umgestürzt waren. Wissenschaftler und Weltraumorganisationen wie die NASA sind sich weitgehend einig, dass es sich um einen Airburst (eine Luftexplosion) gehandelt haben muss. Möglicherweise ein Stein-Asteroid oder ein Kometenfragment. Da das Gebiet nahe dem Fluss Podkamennaja Tunguska extrem dünn besiedelt war, starben Schätzungen zufolge primär Rentierherden, während menschliche Todesopfer kaum oder gar nicht verzeichnet wurden.
6) Die 10 Plagen: Da der Pharao sich weigerte, die versklavten Israeliten unter der Führung von Mose und Aaron ziehen zu lassen, ließ Gott 10 Katastrophen über Ägypten hereinbrechen, um die Ägypter zum Einlenken zu bewegen. So steht es geschrieben im biblischen Buch Exodus. Der Vollstrecker der Plagen war Moses, dessen Hauptaufgabe war, immer wieder dieselbe göttliche Forderung zu stellen: „Lass mein Volk ziehen, damit sie mir dienen!“ Vor fast jeder Plage warnte er den Pharao und kündigt die Konsequenzen an, falls dieser sich weigert. Die 10. Plage war der Tod aller erstgeborenen Söhne und die erstgeborene Brut der Tiere der Ägypter. Vor der 10. Plage gibt Mose seinem Volk die entscheidenden Anweisungen, damit die Israeliten geschützt bleiben: Sie sollen die Türpfosten ihrer Häuser mit dem Blut eines Lammes bestreichen, damit der Tod an ihren Häusern vorübergeht. Erst nach dieser letzten, schwersten Plage lenkte der Pharao ein und erlaubte den Israeliten den Auszug aus Ägypten. Mose und sein Bruder Aaron setzen die Katastrophen mit ihren Stäben in Gang. Aaron schlägt auf das Wasser des Nils um die Blutplage (1. Plage) herbeizurufen oder um die Froschplage (2. Plage) herbeizurufen oder er schlägt mit dem Stab auf den Boden um die Heuschrecken (8. Plage) herbeizurufen. Mose ruft insgesamt fünf Plagen (Die Viehpest (5. Plage), Die Blattern / Geschwüre (6. Plage), Der Hagel (7. Plage), Die Heuschrecken (8. Plage) und die dreitägige Finsternis (9. Plage)) selbst herbei, indem er entweder seine Hand, seinen Stab zum Himmel streckt oder Asche in die Luft wirft. Die 4. Plage (Stechfliegen) und 10. Plage (Tod der Erstgeburt), kündigt Mose dem Pharao zwar an, sie werden aber von Gott direkt – ohne eine körperliche Geste von Mose oder Aaron – ausgeführt. Die Stäbe bewirken von sich aus auch nichts. Mose wie auch Aaron gehorchen exakt den Befehlen Gottes. Gott gab die Anweisung (z. B. „Strecke deine Hand mit deinem Stab über die Gewässer Ägyptens…“), Mose führte die Bewegung aus, und Gott bewirkte das Wunder. Um Gottes Macht zu demonstrieren, konnte der Stab seine physische Form verändern oder Naturphänomene auslösen: Vor dem Pharao warf Mose (und auch sein Bruder Aaron) seinen Stab auf den Boden, woraufhin er zu einer lebendigen Schlange wurde. Als Mose sie am Schwanz packte, wurde sie wieder zum Stab. In der Wüste schlägt Mose mit dem Stab an einen Felsen, woraufhin trinkbares Wasser heraussprudelt. Oder das bekannteste Wunder: Mose streckt den Stab über das Rote Meer aus, woraufhin sich das Wasser teilt und den Israeliten die Flucht ermöglicht. Beim Kampf gegen die Amalekiter (2. Mose 17) mussten Mose und sein Stab eine rein physische Wirkung erzielen: Solange Mose den „Stab Gottes“ mit erhobenen Händen hielt, waren die Israeliten im Kampf überlegen. Ließ er die Hände vor Erschöpfung sinken, siegten die Feinde. Da Moses Arme mit der Zeit zu schwer wurden, halfen ihm seine Begleiter mit einer pragmatischen Lösung: Sie setzten Mose auf einen Stein. Moses Brüder Aaron und Hur stellten sich links und rechts neben ihn und stützten seine Arme, bis die Sonne unterging. Durch diese Unterstützung blieben seine Hände erhoben, und Josua konnte die Amalekiter vernichtend schlagen.
7) Die Schwarze Pest – historisch korrekt meist als „Schwarzer Tod“ bezeichnet – war eine verheerende Pest-Pandemie in Europa und Asien zwischen 1346 und 1353. Sie gilt als eine der tödlichsten Pandemien der Menschheitsgeschichte. Die Krankheit wurde durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst. Das Bakterium lebte in Nagetieren (vor allem Hausratten) und wurde erstmals durch Rattenflöhe auf den Menschen übertragen. Später verbreitete sich die Krankheit auch direkt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion. Der evolutionäre Ursprung des Erregers konnte im heutigen Kirgisistan (Zentralasien) verortet werden, von wo aus er über die Handelsrouten der Seidenstraße und Schiffe nach Europa gelangte. Die Infektion mit dem Bakterium verursachte zwei Formen der Krankheit: Die Beulenpest, eine schmerzhafte, oft blauschwarz gefärbte Schwellungen an den Lymphknoten (Leiste, Achseln, Hals) und die Lungenpest. Diese zweite Form verlief fast immer tödlich. Die Betroffenen spuckten Blut und erstickten innerhalb weniger Tage. Die Pandemie war schätzungsweise für den Tod von einem Drittel bis zur Hälfte der damaligen europäischen Bevölkerung dahin (ca. 20 bis 25 Millionen Menschen) verantwortlich. Weltweit starben vermutlich über 75 Millionen Menschen. Die Krankheit kam über die Halbinsel Krim nach Sizilien und breitete sich von dort rasend schnell über ganz Europa aus. Ufologen behaupten, dass im 14. Jahrhundert vor dem Ausbruch der Pest in vielen europäischen Städten „fliegende Zylinder“ oder „glänzende Bronzeschiffe“ am Himmel gesichtet wurden. Diese hätten einen übelriechenden, bläulichen Nebel oder ein Gas versprüht, das kurz darauf das Massensterben auslöste. Der Ursprung dieser Verschwörungstheorie basiert wahrscheinlich auf fehlerhaften Interpretationen historischer Berichte. Tatsac he ist dassdie damalige Wissenschaft fest an die Miasma-Theorie glaubte – die Annahme, dass Seuchen durch „verpestete Winde“ oder faulige Dämpfe aus der Erde entstehen. Die Ufologen berufen sich auf historische Pest-Chroniken (unter anderem von Johannes von Nohl). In diesen Chroniken wurden Kometen-Beobachtungen gesammelt. Im Mittelalter galt ein Komet am Himmel schlicht als Prodigium (ein göttliches Omen) für Krieg, Hunger und Krankheit. Diese historischen Kometenberichte werden heute als Beschreibungen von zigarrenförmigen UFOs oder Raumschiffen interpretiert. Kann man glauben oder nicht.
8) Der Untergang von Atlantis: Die weltberühmte Legende vom Untergang des Atlantisreichs, basiert auf den Schriften des griechischen Philosophen Platon aus dem 4. Jahrhundert v. Chr.. Dieser beschrieb Atlantis als eine mächtige, technologisch fortgeschrittene Seemacht jenseits der Säulen des Herakles (der heutigen Straße von Gibraltar). Doch mit der Zeit verfielen die Atlanter dem moralischen Verfall und der Machtgier. Als Strafe ließen die Götter die Insel in einer katastrophalen Naturkatastrophe untergehen. Die meisten Historiker und Geologen gehen heute davon aus, dass Atlantis eine allegorische Erfindung Platons ist. Reale Katastrophen aus der Antike, könnten als Vorlage für die Legende gedient haben. So etwa der Untergang von Helike (373 v. Chr.). Die griechische Küstenstadt wurde durch ein schweres Erdbeben und einen anschließenden Tsunami völlig zerstört und vom Meer verschlungen. Oder der Vulkanausbruch von Santorin (ca. 1600 v. Chr.). Die minoische Kultur auf der Insel Thera wurde durch eine der größten Eruptionen der Menschheitsgeschichte schwer verwüstet. Bis heute konnte kein physischer Beweis für die Existenz von Atlantis gefunden werden. Der US-amerikanische Mystiker Edgar Cayce, bekannt als der „schlafende Prophet“ (1877–1945), behauptete in einer seiner Lesungen, dass Atlantis existiert habe. Laut ihm war Atlantis eine technologisch hochentwickelte Zivilisation, deren Errungenschaften die heutige Welt teilweise übertrafen. Im Gegensatz zu Platons Erzählung von einer einzigen Katastrophe, beschrieb Cayce aber eine Zerstörung in drei großen, zeitlich weit auseinanderliegenden Epochen. Edgar Cayce sprach auch von den mächtigen „Feuerkristallen“ (Tuaoi-Steinen) der Atlanter. Der Missbrauch dieser gigantischen Energiestrahlen soll die Erdkruste destabilisiert und die endgültige Katastrophe ausgelöst haben. Laut Cayce besaßen die Atlanter auch Fluggeräte, die den Berichten über moderne UFOs (fliegende Untertassen) erstaunlich ähneln. Eine andere Theorie behauptet das Atlantis eine Raumbasis oder Kolonie von Außerirdischen gewesen sein soll. Die unerklärlich hohe technologische Entwicklung der Atlanter (die schon Platon und später Edgar Cayce erwähnten) wird darauf zurückgeführt, dass sie Zugang zu „Götterwissen“ – sprich: außerirdischer Technologie – hatten. Der plötzliche Untergang wird nicht durch ein natürliches Erdbeben erklärt, sondern durch einen verheerenden nuklearen Konflikt oder einen Krieg mit futuristischen Strahlenwaffen (entweder zwischen verfeindeten außerirdischen Fraktionen oder zwischen Atlantis und einer anderen irdischen Großmacht wie Lemuria). Eine aktuelle Theorie verbindet UFOs/UAPs (Unidentified Aerial Phenomena) direkt mit unterseeischen UFO-Basen. Da Atlantis angeblich im Atlantik versunken ist, sollen einige der Überlebenden der Katastrophe (oder die außerirdischen Erbauer) ihre Zivilisation einfach unter Wasser fortgeführt haben. Sichtungen von sogenannten USOs (Unidentified Submerged Objects – Objekte, die mit enormer Geschwindigkeit ins Wasser eintauchen oder daraus auftauchen) werden als Schiffe der „Atlanter“ interpretiert, die bis heute von versteckten Tiefsee-Basen aus operieren. Eine weitere Theorie behauptet, die Atlanter hätten ihren Untergang vorausgesehen und anstatt zu ertrinken, sollen sie die Erde in Raumschiffen (UFOs) verlassen haben. Diejenigen, die auf der Erde blieben, flohen laut dieser These in Regionen wie das alte Ägypten oder nach Mittelamerika (Maya/Azteken). Das würde aus Sicht der Prä-Astronautik erklären, warum plötzlich und scheinbar ohne evolutionäre Zwischenschritte hochentwickelte Kulturen mit monumentalen Pyramidenbauten auf der ganzen Welt entstanden.
9) Die Sintflut ist eine weltweite, von Gott oder Göttern herbeigeführte Flutkatastrophe, die fast das gesamte menschliche und tierische Leben auslöschte. In der westlichen Welt ist vor allem die biblische Erzählung über Noah und seine Arche im Buch Genesis bekannt. Die biblische Erzählung ist nicht die älteste Version dieser Geschichte. Es gibt weitere Versionen wie das Gilgamesch-Epos. Die älteste schriftliche Fassung stammt aus Mesopotamien. Dort rettet der Held Utnapischtim die Lebewesen auf einem großen Schiff vor dem Zorn der Götter. Oder das Atrahasis-Epos. Ein weiteres babylonisches Werk, in dem die Götter die Menschheit wegen ihrer enormen Lautstärke durch eine Flut vernichten wollen. Und dann gibt es noch die Sage von Deukalion und Pyrrha. Sie beschreibt eine Flut, die von Zeus gesandt wurde, um die sündhafte Menschheit zu bestrafen. Die moderne Forschung geht davon aus, dass eine globale, die gesamte Erde bedeckende Flut historisch nicht stattgefunden hat. Einige reale historische Naturkatastrophen könnten aber als realen Kern für die Mythen gedient haben. Zum Beispiel die Schwarzmeer-Theorie. Das plötzliche Durchbrechen des Mittelmeers durch den Bosporus in das Schwarze Meer (um 5600 v. Chr.) könnte gigantische Überflutungen verursacht haben. Oder die minoische Eruption des Vulkans von Santorin, die im Mittelmeerraum gewaltige Tsunamis ausgelöst hat, und so in regionale Mythen eingegangen sein könnte.