Die Sippschaft der Homini

In der Evolutionsgeschichte des Menschen bezeichnet der Begriff  Homini die Gruppe, die den modernen Menschen sowie alle seine ausgestorbenen Vorfahren seit der Trennung von der Linie der Schimpansen umfasst. Die Verwandtschaft der heute lebenden Menschen – also sämtliche inzwischen ausgestorbenen Ur-, Früh- und Vormenschen oder Geschwisterarten ist riesig. Die menschliche Evolution hat auch Arten hervorgebracht, die aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Lebensweise fast „surreal“ wirken. Diese „sagenhaften“ Arten zeichnen sich vor allem durch den aufrechten Gang  aus. Der Homo floresiensis („Der Hobbit“) war eine winzige Menschenart, die nur etwa einen Meter groß wurde und bis vor ca. 50.000 Jahren auf der indonesischen Insel Flores lebte. Der Neandertaler (Homo neanderthalensis), eine an extreme Kälte angepasste Menschenart, die ein größeres Gehirnvolumen als der moderne Mensch besaß. Der Homo naledi,  eine Menschenart mit einer bizarren Mischung aus sehr ursprünglichen Merkmalen (kleines Gehirn) und modernen Merkmalen (menschenähnliche Füße), entdeckt in der Rising-Star-Höhle. Hinzu kommen mythische und fantastische menschenähnliche Wesen, wie die Zwerge (Bergbewohner), die Elfen (übernatürlich-graziös) und die Riesen (monströse Größe). Ausserdem Kryptiden wie der Bigfoot oder der Yeti.

Der Yowie auch bekannt als Bombala Antropoid, wird oft mit dem nordamerikanischen Bigfoot oder dem tibetischen Yeti verglichen. Es soll sich um einen großen, zweibeinigen Menschenaffen bzw. einen Affenmenschen handeln. Er wird beschrieben als ein behaartes Wesen (Kryptid), etwa 2 bis 3,5 Meter groß, mit massigen Füßen und oft rötlichem oder dunkelbraunem Fell. Er wird als Allesfresser, scheu, aber in der Enge aggressiv dargestellt. Die Legenden basieren auf mündlichen Überlieferungen der indigenen Bevölkerung Australiens (Aboriginal People), in denen er als  Wächter der Natur vorkommt. Die Quinkin-Felsmalereien in der Region um Laura (Queensland) gelten als eine der bedeutendsten Fundstellen indigener Kunst weltweit und zeigen Wesen, die oft mit der Yowie-Legende in Verbindung gebracht werden. Sowohl der Yowie als auch bestimmte Quinkins werden als behaarte, menschenähnliche Gestalten beschrieben, die in unzugänglichen Bergregionen leben. Berichte  über Begegnungen mit dem Yowie ziehen sich durch die gesamte australische Geschichte, insbesondere in den Blue Mountains und abgelegenen Gebieten von Queensland. Im Jahr 1912 kam es in der Nähe von Bombala, New South Wales, Australien zu einer angebliche Sichtung einer affenähnlichen Kreatur. Die Sichtung wurde von Charles Harper einem australischen Pionier und Politiker, bei einem Interview in der Sidney Sun ausführlich beschrieben. Harper berichtete, er habe die Kreatur aus einer Entfernung von nur wenigen Metern an einem Flussufer beobachtet. Er beschrieb ein zweibeiniges, etwa 1,70 m großes Wesen mit menschlichen Zügen, das jedoch vollständig von langem, rötlich-braunem Haar bedeckt war. Besonders markant waren laut Harper die muskulöse Statur und das Fehlen eines Schwanzes. Das Wesen knurrte, verzog das Gesicht und trommelte sich mit seinen riesigen, handähnlichen Pfoten auf die Brust. Sein Bericht gilt in der australischen Kryptozoologie als eine der glaubwürdigsten und detailliertesten historischen Schilderungen eines „Yowie“. Harper, war als seriöser Zeitungsverleger und Politiker (Speaker der Legislative Assembly in Western Australia) bekannt, was seiner Erzählung eine damals ungewöhnliche Glaubwürdigkeit verlieh. Er war als Großgrundbesitzer und Viehzüchter ausserdem tief mit der australischen Wildnis vertraut. Er galt als erfahrener Beobachter der Flora und Fauna, was seiner detailierten der Beschreibung der Anatomie des Wesens (Muskulatur, Fellbeschaffenheit, Fortbewegung) zusätzliche Glaubwürdigkeit verlieh. Nach Harpers Sichtung 2012 wurde der Yowie noch weitere Male gesehen.  In der Nähe von Ormeau wurde 2017 ein etwa 2,70 Meter (9 Fuß) großes Wesen beobachtet, das vor einem stehenden Auto die Straße überquerte. Zeugen berichteten, dass es ein frisch erlegtes Wildschwein über der Schulter trug. Der Forscher Dean Harrison von AYR veröffentlichte 2021 Videoaufnahmen einer Wärmebildkamera aus dem Springbrook-Nationalpark. Diese zeigen laut seinen Angaben zwei massive, fast 3 Meter hohe Gestalten. Kann es sich beim Yowie um einen verlorenen Zweig des menschlichen Stammbaum handeln? Einige Kryptozoologen nehmen an, dass Yowies eine Reliktpopulation von ausgestorbenen frühen Menschenarten sein könnten, wie etwa Homo erectus oder einer anderen bisher unentdeckten Hominidenart, die in Australien überlebt hat. Andere vermuten er könnte ein Nachfahre des Gigantopithecus blacki sein, eines riesigen, ausgestorbenen asiatischen Affen.  Es gibt keine wissenschaftlichen Fakten, die die Existenz von Yowies stützen. Zentrale Argumente g egen eine Existenz sind z. B. das Fehlen von Fossilien, Kadavern oder DNA-Spuren.

In der Folklore der Cherokee wird ein  rätselhaftes Volk beschrieben, die Moon-eyed people („mondäugige Menschen“), das die südlichen Appalachen bewohnte, bevor die Cherokee dort eintrafen. Sie werden als kleinwüchsig, bärtig und mit sehr heller, fast weißer Haut beschrieben. Sie hatten große, lichtempfindliche Augen, was zu ihrem Namen „Mondaugen“ geführt hat. Tagsüber waren sie nahezu blind, konnten aber nachts hervorragend sehen und waren entsprechend nachtaktiv. Die Legende schreibt ihnen die Errichtung rätselhafter Steinruinen in der Region zu, wie etwa die über 250 Meter lange Steinmauer im Fort Mountain State Park in Georgia. Laut der mündlichen Überlieferung kam es zu einem Konflikt mit den Cherokee, die das Mondvolk schließlich besiegten und aus ihrem angestammten Gebiet vertrieben. Einige Berichte besagen, sie seien nach Westen oder in Höhlensysteme unter die Erde geflohen. Eine populäre, aber wissenschaftlich nicht belegte Theorie verknüpft sie mit dem walisischen Prinzen Madoc, der Amerika im 12. Jahrhundert erreicht haben soll, über 300 Jahre vor Christoph Kolumbus. Madoc war ein Sohn des walisischen Königs Owain Gwynedd. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1169 brachen unter seinen Brüdern blutige Erbfolgestreitigkeiten aus. Um der Gewalt zu entfliehen, segelte Madoc mit einem Schiff von Nordwales (Rhos-on-Sea) nach Westen. Er soll ein fruchtbares Land jenseits des Ozeans gefunden und dort eine kleine Kolonie gegründet haben. Nach einer Rückkehr nach Wales, um weitere Siedler zu holen, segelte er mit einer Flotte von zehn Schiffen erneut los und wurde nie wieder gesehen. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es jedoch keine zeitgenössischen Belege aus dem 12. Jahrhundert für Madocs Existenz oder Reise. Archäologische Beweise für eine walisische Präsenz im präkolumbischen Amerika fehlen bis heute.

Der Lizard Man (Echsenmann) von Scape Ore Swamp: Die Legende begann im Juni 1988 in Bishopville, South Carolina, als der 17-jährige Christopher Davis berichtete, von einer etwa 2,10 Meter großen, grün schuppigen Kreatur mit glühend roten Augen angegriffen worden zu sein, während er einen Reifen wechselte. Die letzten Sichtungen waren 2015. Eine Frau  gab an, eine aufrecht gehende Echse nahe einer Kirche in Bishopville fotografiert zu haben. Ein weiterer Zeuge, Jim Wilson, veröffentlichte Fotos eines „dunklen, schuppigen Wesens mit Schwanz“, das die Scape Ore Bridge überquerte. In den letzten Jahren gab es in South Carolina keine neuen, offiziell bestätigten Sichtungen des „Lizard Man“. In modernen Verschwörungsmythen wird behauptet, dass sogenannte Reptiloiden oder „Echsenmenschen“ die Welt heimlich regieren. Diese Wesen sollen Gestaltwandler sein und wichtige Positionen in Politik und Wirtschaft besetzen. Prä-Astronautiker vertreten eine Reptiloiden-Theorie, die besagt dass die biblische Schlange eine außerirdische Reptiliengattung gewesen sei, die die Menschheit beeinflusst habe. Laut Genesis 3,14 verfluchte Gott die Schlange, fortan auf dem Bauch zu kriechen. Dies veranlaßte den bedeutenden jüdisch-römischen Historiker und Gelehrten des 1. Jahrhunderts Flavius Josephus  zu der  Spekulation, dass sie zuvor Beine besessen haben könnte. In der christlichen Tradition wird die Schlange im Garten Eden in der Regel mit dem Teufel oder Satan gleichgesetzt. In der Offenbarung wiederum wird explizit von der „alten Schlange“ gesprochen, die der Teufel ist.  Vielleicht gibt es einen gemeinsamen Vorfahren von Reptilien und Menschen.

 So sind  Cynodonten, eine ausgestorbene  Tierart aus der Permzeit  hochentwickelte, säugetierähnliche Reptilien. In den letzten Jahren haben Forscher auch genug Beweise gefunden, um mit Sicherheit sagen zu können, dass alle Säugetiere von einer einzigen Gruppe der Cynodonten (Mammaliaformes) abstammen. Die letzte bekannte noch nicht nicht-säugetierische Cynodontengruppe, die Tritylodontidae, waren bereits hoch entwickelte, pflanzenfressende Therapsiden (auch „säugetierähnliche Reptilien“ genannt), die während des Mesozoikums lebten. Nach dem Ende der Permzeit, in der späten Trias (vor etwa 225 Millionen Jahren) gab es eine enorme Vielfalt an cynodonten Reptilien. Viele Gruppen entwickelten unabhängig voneinander säugetierähnliche Merkmale (Konvergenz), wie z. B. die Tritylodontidae, die bereits sehr säugetierähnlich waren, aber eine spezialisierte Sackgasse bildeten. oder die Tritheledontidae, die ebenfalls extrem nah mit den Säugetieren verwandt waren. Doch nur eine einzige dieser Linien – die sogenannten Mammaliaformes – entwickelte das spezifische Set an Merkmalen (wie das Mittelohr aus drei Knochen und das primäre Säugetier-Kiefergelenk), das alle späteren Säugetiere definiert.