Gift als Waffe

Im Laufe der Evolution haben Tiere und Pflanzen erstaunlich aufgerüstet. Ob es um Verteidigung, Paarungsrivalität, Nahrungsbeschaffung oder einfach ums Überleben geht – es gibt eine lange Liste von Tieren, die dem Menschen schaden können. In den Top Ten der giftigsten Tiere weltweit finden sich  fünf von ihnen allein in und um Australien herum. Viele der hier beschriebenen Tiere produzieren Gifte, die das Herz-Kreislaufsystem zusammenbrechen lassen oder die Atmung komplett lähmen. Das kann schnell zum Erstickungstod führen. 

Sein Gefieder leuchtet orange-schwarz, ansonsten wirkt er harmlos – doch in der Haut des Zweifarbenpitohui (Pitohui dichrous) aus Neuguinea steckt eines der stärksten Nervengifte überhaupt.  Der amselgroße Zweifarbenpitohui ist der giftigste Vogel der Welt.  Sein Nervengift ähnelt dem von Pfeilgiftfröschen. Laboranalysen identifizierten den Stoff als Homobatrachotoxin, eine Variante von Batrachotoxin. Bekannt war diese Substanz bis dahin vor allem von einem anderen Tier: dem Goldenen Pfeilgiftfrosch aus den Tropen Mittel- und Südamerikas. Die kleinste Menge davon genügt, um die sogenannten Natriumkanäle in den Nervenzellen im menschlichen Körper dauerhaft offenzuhalten. Das kann zu Lähmungen, Krampfanfällen und Herzproblemen führen. Der Vogel stellt das Gift nicht selbst her. Er nimmt es über seine Nahrung auf, indem er gezielt giftige Käfer der Gattung Choresine frisst. Damit sich der Pitohui nicht selbst vergiftet, besitzt er spezielle „Schwammproteine“ im Blut, die das Toxin abfangen, bevor es Schaden anrichten kann. Das Gift dient dem Pitohui als exzellenter Schutz vor natürlichen Fressfeinden. Zudem schützt es ihn effektiv vor Parasiten wie Läusen, Milben und sogar vor den Erregern von Vogelmalaria.

SeewespeQuallen gehören zu den tödlichsten Meerestieren. Die Seewespe (Chironex fleckeri) ist das mit Abstand das giftigste Tier des Planeten, das jährlich 70 Todesfälle verursacht. Die Würfelqualle könnte mit ihrer Giftmenge 250 Menschen töten. Ihre bläuliche, transparente Glocke hat eine würfelartige Form und wird bis zu 30 cm groß. Auf einem ihrer Tentakel sitzen Hunderte Nesselzellen. Je mehr Nesselzellen sich bei einer Berührung entladen, desto mehr Gift wird injiziert und desto stärker ist die Wirkung. Das hochpotente Gift greift das Nervensystem an. Zu den weiteren Symptomen zählen Schock, Atemnot und Herzstillstand. Je nach Schwere des Stichs kann der Tod binnen zwei bis drei Minuten eintreten. Um sich vor den Tieren zu schützen, werden in Australien ganze Badestrände seeseitig eingezäunt oder man geht mit einem nesselsicheren Tauch-, Surf- oder Quallenschutzanzug ins Wasser. Die Seewespe ist die größte Würfelquallenart, die größten Individuen aus Queensland erreichten einen Schirmdurchmesser von 30 Zentimetern und ein Frischgewicht von 6 Kilogramm. Die Seewespe verfügt über eine komplexe Sehfähigkeit. Jedes der vier Rhopalia trägt sechs Augen, also insgesamt 24 Augen. Davon sind jeweils die vier äußeren einfach aufgebaute Pigmentgruben, die nur hell und dunkel unterscheiden, die beiden mittleren verfügen über hochentwickelte Linsen, die ein erstaunlich scharfes Bild liefern. Im Gegensatz zu normalen Quallen können Würfelquallen aktiv und gezielt schwimmen.
SteinfischDer echte Steinfisch (Synanceia verrucosa) gehört zu den giftigsten Fischen der Welt. Das Gift dient aber ausschließlich der Verteidigung gegen Angreifer Er ist ein gut getarnter Lauerjäger, seine Stachelstrahlen der Rückenflosse sind mit Giftdrüsen verbunden. Die Stacheln sind scharf und steif und können Stiefelsohlen durchbrechen Sein Gift verursacht unvorstellbare Schmerzen und führt zu Schock, Lähmung und Absterben des Gewebes. Eine größere Dosis kann für Menschen tödlich sein. Was ihn weiterhin sehr gefährlich macht, ist seine extrem gute Tarnung. Denn wie sein Name verrät, kann er leicht mit einem Stein oder Felsen verwechselt werden. Der Fisch erreicht gewöhnlich eine Gesamtlänge von 27 cm und maximal eine Standardlänge von 40 cm.  Der Echte Steinfisch kommt im Indopazifik vor, im Roten Meer und vor dem östlichen Afrika bis Französisch-Polynesien, nördlich bis zu den Ryūkyū-Inseln und Ogasawara-guntō (beide Japan) und nach Süden bis Queensland, Australien. Er lebt auf dem Sand- oder Geröllboden von Saumriffen, Riffdächern und flachen Lagunen. Bei Ebbe ist er auch in Gezeitentümpeln zu finden. Er ist im Substrat gut getarnt und manchmal von Algen bedeckt. Die aquaristische Haltung des Echten Steinfischs ist extrem anspruchsvoll, potenziell lebensgefährlich. Ein Fehler bei der Reinigung oder Fütterung kann tödliche Folgen haben.
 Indischer RotfeuerfischDer indische Rotfeuerfisch (Pterois miles) ist ein höchst giftiger Raubfisch, der ursprünglich im Indischen Ozean und im Roten Meer heimisch ist. Die invasive Art ist inzwischen auch durch den Suezkanal in das südöstliche Mittelmeer eingewandert. Da er in den neuen Gewässern kaum natürliche Fressfeinde besitzt und ein unersättlicher Jäger ist, bedroht er das ökologische Gleichgewicht der lokalen Fischbestände massiv. Er frisst fast alles, was kleiner ist als er. Die Fische erreichen im ausgewachsenen Zustand eine Länge von bis zu 45 Zentimetern. Sie haben kleine Stacheln, die bei Kontakt Gift abgeben. Bei Menschen verursacht es extreme, langanhaltende Schmerzen und starke Muskelzuckungen. Tödlich enden Berührungen zwischen Fisch und Mensch in der Regel jedoch nicht. Der Fisch verhält sich Menschen gegenüber auch nicht aggressiv, sticht aber bei Bedrohung oder Berührung zur Verteidigung zu. Er dringt bis in eine Wassertiefe von 50 Meter vor. Nachts und in der Dämmerung jagt er nach Fischen und Krebsen. Tagsüber zieht sich der Rotfeuerfisch in Höhlen und unter große Korallenstöcke zurück.
 Strahlen-PetermännchenDas Petermännchen (Trachinidae) ist einer der giftigsten Fische Europas und wird wegen seiner gefährlichen Stiche auch als „Kreuzotter des Meeres“ bezeichnet. Die Fische sind an vielen Orten zu finden: unter anderem in der Nordsee, der westlichen Ostsee, dem westlichen Atlantik, im Mittelmeer und auch im Schwarzen Meer. Petermännchen sind langgestreckte, seitlich abgeflachte Grundfische, die 15 bis 53 cm lang werden. Die Fische besitzen giftige Stacheln auf ihrer ersten Rückenflosse sowie einen Dorn am Kiemendeckel. Das Gift besteht aus hochkomplexen Proteinen (wie Dracotoxin und Mukopolysaccharide) sowie Serotonin. Das Zusammenspiel dieser Stoffe macht den Stich des Petermännchens so extrem schmerzhaft und gefährlich. Da sich der Fisch im Sommer zum Laichen im flachen Küstenwasser im Sand vergräbt, ist er für Menschen, die durchs Meer waten, so gut wie unsichtbar. Sobald man auf ihn tritt, bohren sich die Stacheln in die Haut und injizieren die giftige Mischung. Der Stich führt zu starken Rötungen, Hitzegefühl und massiven Schwellungen, die über Wochen oder Monate anhalten können. Im schlimmsten Fall droht eine lebensgefährliche allergische Reaktion mit Atemnot und Kreislaufkollaps. Das Strahlen-Petermännchen
 Kleiner Blaugeringelter KrakeDie blaugeringelten Kraken (Hapalochlaena maculosa) zählen zu den giftigsten Tieren in den Weltmeeren,  ihr Speichel enthält das starke Nervengift Tetrodotoxin. Dieses ist rund 1.000-mal stärker als Cyanid und führt zu Atemlähmung. Ein einziger winziger Krake trägt genug Gift, um über 20 Menschen zu töten. Es gibt kein Gegengift. Das Gift ist stark lähmend und führt bei Menschen zu einem Atemstillstand, während die Opfer bei vollem Bewusstsein bleiben. Allerdings ist die Zahl der durch sie verursachten Todesfälle weitaus geringer als die Zahl der durch Spinnen und Schlangen verursachten Todesfälle, mit denen der Mensch häufiger in Kontakt kommt. Die Tiere leben vor der Küste Australiens, der Philippinen, Indonesiens und Neuguineas und bevorzugen dort den flachen Küstenbereich bis zu einer Tiefe von etwa 50 Metern. Sie halten sich verhältnismäßig häufig auch in der Nähe des Ufers auf. Die Kraken weisen eine intensive Färbung auf, die sie besonders bei Bedrohung zeigen. Diese besteht aus leuchtend-blauen Ringen (H. maculosa, H. lunulata) oder Streifen (H. fasciata), die auf dem gelblichen Körper deutlich abgesetzt sind.
 Sydney-TrichternetzspinneDie Sydney-Trichternetzspinne ist eine der giftigsten Spinnen der Welt. Sie zählt zu den wenigen Spinnen weltweit, deren Biss für einen erwachsenen Menschen eine erhebliche Gefahr darstellen kann.  Das Gift der Männchen ist für Menschen etwa sechsmal giftiger als das der weiblichen Tiere und kann innerhalb von nur 15 Minuten zum Tod führen. Die hygrophile (feuchtigkeitsliebende) Spinne bevorzugt Wälder, wobei gerade die auf der Suche nach Weibchen befindlichen Männchen gerne in Siedlungsbereiche gelangen. Die meisten von der Sydney-Trichternetzspinne verursachten Bissunfälle ergeben sich durch Männchen in der Paarungszeit, die auf der Suche nach Weibchen nicht selten auch in Gebäude oder Poolanlagen gelangen und dort unbemerkt bleiben können. Die Wahrscheinlichkeit von Bissunfällen ist, bedingt durch die hohe Aggressivität der Art mitsamt der erhöhten Wahrscheinlichkeit, ihr in Gebäuden zu begegnen, verhältnismäßig hoch. Seit der Entwicklung eines Gegengifts im Jahr 1981 sind jedoch keine durch Bisse der Art verursachten Todesfälle bekannt.
Brasilianische WanderspinneDoch die brasilianische Wanderspinne  ist noch giftiger. Sie gilt als die giftigste Spinne der Welt. Sie ist vorwiegend im Südosten Brasiliens, stellenweise im Norden Argentiniens, in Paraguay und mittlerweile ebenso in Uruguay verbreitet. Die Spinne bewohnt dort bevorzugt Regenwälder, tritt jedoch häufiger auch in menschlichen Siedlungen und sogar in Gebäuden in Erscheinung. Die Spinne gilt als sehr aggressiv, sie ist schnell und kann 50 Zentimeter weit springen. Ihr Gift ist 20-mal tödlicher als das einer Schwarzen Witwe. Brasilianische Wanderspinnen sind vermutlich für die meisten tödlichen Giftunfälle durch Spinnen weltweit verantwortlich. Schätzungsweise zehn Menschen sterben jährlich an ihrem Biss.  Abhängig von der Menge des injizierten Gifts wird den Opfern übel und schwindelig, sie haben Schweißausbrüche und müssen brechen. Außerdem kann der Blutdruck steigen und das Herz rasen. Bei Männern kann es durch den Spinnenbiss zu einer schmerzhaften Dauer-Erektion kommen. In besonders schlimmen Fällen verursacht das Gift Durchblutungsstörungen, ein Lungenödem oder einen lebensgefährlichen Schock-Zustand.
Die ca. 7 bis 9 mm lange (ohne Beine) Braune Violinspinne (Loxosceles rufescens) wird auch Geigenspinne genannt und lebt im Mittelmeerraum. Sie ist beispielsweise in Italien, Spanien, Portugal, Griechenland und der Türkei heimisch. Jedoch wurden, bedingt durch den Klimawandel, auch in Deutschland und Tschechien schon Exemplare gesichtet. Die Spinne ist flink, flüchtet bei Gefahr und beißt meist nur, wenn sie versehentlich gequetscht wird (z. B. in Kleidung oder Schuhen). Obwohl sie ein potentes Gift besitzt, ist ihr Biss zu Beginn schmerzlos. Nach mehreren Stunden entstehen jedoch Pusteln und Rötungen rund um die Bissstelle. Dazu kommen Schmerzen und Juckreiz. Das Spinnengift kann in manchen Fällen jedoch zum Zelltod des umliegenden Hautgewebes, also zu Hautnekrosen, führen. In sehr seltenen Fällen dringt das Gift auch tiefer in den Körper ein, was zu Gerinnungsstörungen oder zum Organversagen mit tödlichen Folgen führen kann. Ein spezielles Gegengift existiert nicht.
Schrecklicher PfeilgiftfroschAuch der schreckliche Pfeilgiftfrosch (Phyllobates terribilis) gilt als eines der giftigsten Tiere der Welt und als die giftigste Froschart. Er wurde von den Chocó-Indianern Kolumbiens als Pfeilgiftfrosch benutzt, wie von anderen indigenen Völkern Südamerikas besonders giftige Arten der Familie Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae), um mit ihrem Hautgift Blasrohrpfeile zu bestreichen.. Sein Gift ist so stark, dass er allein mit dem, was er in seinen Drüsen produziert ungefähr 20.000 Mäuse oder zehn Menschen töten könnte. Dazu reicht die bloße Berührung, denn das Gift wirkt über die Haut. Sein Krampfgift „Batrachotoxin“ lähmt Muskeln und Atmung. Beim Menschen kann eine Vergiftung mit 0,002 mg pro kg Körpergewicht innerhalb von 20 Minuten zum Tod führen. Tiere in Gefangenschaft verlieren ihr Gift, ihre Nachkommen sind ungiftig. Die Frösche stellen das Toxin nicht selbst her. Sie nehmen in freier Wildbahn giftige Beutetiere wie bestimmte Ameisen, Käfer und Milben auf und reichern deren Alkaloide in ihrer Haut an. Der Frosch wird bis zu fünf Zentimeter lang und zählt damit zu den größten Vertretern der Baumsteigerfrösche. In Terrarien oder Zoos gehaltene Frösche sowie deren Nachzuchten sind völlig ungiftig, da sie mit herkömmlichen Futterinsekten wie Fruchtfliegen oder Erbsenblattläusen gefüttert werden. Heute ist die Art stark gefährdet. Die größte Bedrohung ist der rapide Verlust seines winzigen Lebensraums durch Rodung, Landwirtschaft und menschliche Siedlungen.
 Südafrikanischer DickschwanzskorpionDer nordafrikanische Dickschwanzskorpion zählt zu den giftigsten Skorpionen überhaupt und verursacht jährlich mehrere Todesfälle.  Die Art gilt als sehr aggressiv. Er rrreicht eine Körperlänge von etwa 10 bis 12 Zentimetern und meist strohgelb bis hellbraun, was ihm eine perfekte Tarnung im Wüstensand bietet. Das Metasoma (der Schwanz) ist extrem massiv und kräftig gebaut. Im Vergleich zum dicken Schwanz sind seine Scheren auffallend schmal und zierlich konstruiert. Er ist ein streng nachtaktiver Jäger, der den Tag in selbst gegrabenen Höhlen oder unter Steinen verbringt. Der Gattungsname Androctonus bedeutet übersetzt „Mann-Töter„, was die Gefährlichkeit dieser Tiere unterstreicht. Das stark wirkende neurotoxische Gift blockiert Nervenbahnen und kann bei Menschen ohne schnelle Verabreichung eines Antivennins zu schweren Herz-Kreislauf-Versagen, Atemlähmung und im schlimmsten Fall zum Tod führen.
Schwarzflecken-KugelfischKugelfische gehören  zu den tödlichsten Tieren der Welt.  Die Haut des Kugelfisches ist mit Stacheln und Dornen bedeckt, die äußerst gefährlich sind. Sie enthalten das Gift Tetrodotoxin (TTX), das für andere Fische und Menschen tödlich ist. Bereits 10 µg (Mikrogramm) pro 1 kg Körpergewicht reichen aus, um einen Menschen tödlich zu vergiften. Das Nervengift Tedrodotoxin ist dermassen giftig, dass das Gift eines einzelnen Fischs ausreicht, um damit 30 Erwachsene zu töten. Dabei ist der Kugelfisch selbst überhaupt nicht giftig und er produziert sein Gift auch nicht selbst. Er nimmt das Gift im Meer über seine Nahrung auf, wodurch sich das Toxin im Körper ablagert.  Das Tetrodotoxin greift das Nervensystem an und führt zu starken Lähmungen, die auch die Lunge betreffen. Dadurch können die Opfer nicht mehr atmen und sterben. Die Wirkung kann bereits innerhalb von 10-20 Minuten einsetzen. Ein Gegenmittel gibt es derzeit nicht. In Japan gilt der Fisch unter dem Namen Fugu als exklusive Delikatesse. Er darf nur von speziell ausgebildeten und lizenzierten Köchen zubereitet werden, die die giftigen Organe fehlerfrei entfernen. Kugelfische variieren stark in ihrer Größe. Der winzige Erbsenkugelfisch wird nur etwa 2 Zentimeter groß. Der Riesenkugelfisch kann dagegen eine Länge von bis zu 120 Zentimetern erreichen.

Ebenfalls giftig aber nicht tödlich sind  z. B. die Portugiesische Galeere (Physalia physalis), eine hochgiftige Kolonie aus voneinander abhängigen Polypen, deren Tentakeln bis zu 50 Meter lang werden können. Die Kolonie besteht aus Hunderten genetisch identischen Einzelindividuen (Polypen). Diese teilen sich in spezialisierte Aufgaben wie Fortpflanzung, Nahrungsaufnahme und Abwehr auf. Die bläulichen Fangarme der Quallen sind mit Tausenden Nesselzellen besetzt, die bei Berührung ein hochwirksames Giftgemisch in die Haut injizieren. Selbst tote, gestrandete oder vertrocknete Exemplare behalten ihre Nesselkraft über Tage hinweg. Ein Kontakt hat für den Menschen zwar selten tödliche, dafür aber sehr schmerzhafte Folgen.  Bei einer Berührung entstehen rote Striemen, wie bei einem Peitschenhieb. Wenn das Gift der Qualle die Lymphknoten erreicht, verstärken sich die Schmerzen.  Die Portugiesische Galeere kommt in tropischen oder subtropischen Gewässern vor, wo sie auf dem Wasser treibt und von Wind- und Strömungsrichtungen gelenkt wird. So wurde sie beispielsweise schon auf den Balearen, an der britischen Kanalküste und vor der nordspanischen Küste gesichtet. Die etwa tellergroße Feuerqualle (Cyanea capillata) besitzt feine, bis zu 20 Meter lange Tentakel. Die Nesselkapseln an den Tentakeln durchdringen die menschliche Haut und setzen ein Gift frei, das ein starkes und sehr unangenehmes Brennen auf der Haut verursacht. Auch tote oder gestrandete Quallen können noch über Stunden hinweg schmerzhaft nesseln. Man trifft diese Quallenart häufig in den kühleren Gewässern der Nordsee und Ostsee aber auch im Mittelmeer an. Die Kompassqualle (Chrysaora hysoscella) ist im Nordatlantik, im Mittelmeer und in der Nordsee heimisch. Der Schirm dieser Quallenart ist gelblich-weiß bis hellbraun gefärbt, trägt 16 charakteristische, strahlenförmige Streifen und erreicht eine Größe von bis zu 35 Zentimetern. Am Rand des Schirms sitzen feine, lange Fangarme sowie dickere Mundarme, die mit Nesselzellen besetzt sind. Das enthaltene Nesselgift kann bei Menschen Hautreizungen und Irritationen hervorrufen sowie für brennende Schmerzen sorgen

Blauer EisenhutAuch Pflanzen sind giftig, um ihr eigenes Überleben zu sichern. Da sie nicht weglaufen können, haben sie im Laufe der Evolution chemische Abwehrwaffen entwickelt. Die Toxine schrecken Insekten, Schnecken und Säugetiere ab, die Blätter, Wurzeln oder Samen fressen wollen. In Mitteleuropa gibt es zahlreiche hochgiftige Pflanzen, wie z. B. der Blaue Eisenhut, die Engelstrompete, der Goldregen, die Schwarze Tollkirsche, der Gefleckte Schierling oder der Riesen-Bärenklau. Die giftigte Pflanze Europas ist der Blaue Eisenhut. Er enthält das extrem starke Nervengift Aconitin. Bereits sehr geringe Mengen der Pflanze, insbesondere der Wurzelknolle, können für einen erwachsenen Menschen tödlich sein. Das Gift kann zudem direkt über die intakte Haut aufgenommen werden, weshalb der Kontakt ohne Schutz vermieden werden sollte Der Manchinelbaum (Hippomane mancinella) gilt als die giftigste Pflanze der Welt. Er wächst vor allem in den Küstenregionen von Florida, der Karibik sowie Zentral- und Südamerika Der Baum trägt glänzende grüne Blätter und kleine, grüne bis gelbliche Früchte, die optisch und geruchlich stark an kleine Äpfel erinnern. Die Früchte schmecken anfangs süß, führen aber extrem schnell zu heftigem Brennen, einer zuschwellenden Speiseröhre, schweren Verätzungen im Magen-Darm-Trakt und können tödlich sein. Schon das Berühren der Rinde oder der Blätter führt zu schweren Verätzungen und Blasenbildung auf der Haut. Man darf sich bei Regen niemals unter den Baum stellen. Das herabtropfende Wasser nimmt den giftigen Pflanzensaft auf und verursacht sofort schwere Verätzungen auf der Haut. Der Verzehr der Äpfelchen ist für Menschen und fast alle Säugetiere tödlich. Der einzige bekannte Organismus, der nachweislich komplett immun gegen das extreme Gift des Manchinelbaums ist, ist der Schwarzleguan (Ctenosaura similis).

Manche in höheren Dosen toxische Stoffe wirken in geringer Konzentration heilsam.  Salz z. B. ist ein lebenswichtiges Mineral. Es reguliert den Wasserhaushalt und ist wichtig für die Verdauung sowie die Reizübertragung von Muskel- und Nervenzellen. Oder Nikotin:  Forscher berichten das Nikotin nicht nur bei neurodegenerativen Erkrankungen, sondern auch bei Patienten mit psychischen Störungen wie Schizophrenie, Depression, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder der bipolaren Störung helfen kann. Oder Cyankali: Kaliumcyanid wird gelegentlich in medizinischen Notfallsituationen verwendet, um beim Menschen eine schnelle Senkung des Blutdrucks zu bewirken ; außerdem wird es in der Gefäßforschung als Vasodilatator eingesetzt. Arsen wiederum wird bei Schuppenflechte, Syphilis, Asthma, Gelenkschmerzen (Rheuma), Hämorrhoiden, Husten, Juckreiz, Krebs, zur Verringerung von Schwellungen (als entzündungshemmendes Mittel) und als allgemeines Stärkungsmittel und Schmerzmittel eingesetzt. Sobald bei der Verabreichung dieser Stoffe aber eine bestimmte Menge überschritten wird, können sie schädlich wirken. Die minimale tödliche Dosis z. B. beim Mensch mit 50 kg Körpergewicht beträgt bei Kochsalz 50 g,  bei Nikotin 0,04 g , bei Cyankali 0,14 g und bei Arsenik 0,07 g.

Die giftigsten Schlangen der Welt

SeeschlangenDie Dubois-Seeschlange (Aipysurus duboisii) gilt als die giftigste Seeschlange weltweit. Ihr Gift enthält Neurotoxine (auf das Nervensystem wirkend) sowie Myotoxine (die Muskeln lähmend und zerstörend). Die Schlange kann bei einem Biss etwa 0,45 mg Gift abgeben. Dabei beträgt die gemittelte tödliche Dosis LD50 etwa 0,004 mg/kg = 4 g pro Körpergewicht des Opfers.  Im Tierversuch (Maus, subkutan) wurde eine mittlere Letaldosis (LD50) von 0,044 mg/ kg ermittelt. Vergleichbare Werte sind von Inlandtaipan (Oxyuranus microlepidotus, LD50 0,044 mg/ kg) und Östlicher Braunschlange (Pseudonaja textilis, bekannt. Ohne die Gabe eines Antiserums und eine intensivmedizinische Versorgung führt das Gift mit Sicherheit zum Tod. Das geografische Verbreitungsgebiet umfasst Papua-Neuguinea, Neukaledonien sowie die nördlichen, östlichen und westlichen Küstengebiete Australiens (Korallensee, Arafurasee, Timorsee und Indischer Ozean). Auch die Kurzschwanz-Seeschlange (Hydrophis curtus) besitzt  ein hochwirksames neurotoxisches und myotoxisches Gift, das für den Menschen potenziell lebensgefährlich ist. Das Neurotoxin blockiert die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln. Ein unbehandelter Biss verursacht fortschreitende Lähmungen, Schluckbeschwerden, Sehstörungen und im schlimmsten Fall Atemstillstand.
InlandtaipanDer Inlandtaipan gilt als die giftigste Schlange der Welt, da er das stärkste Gift überhaupt besitzt. Das Gift der Schlange führt ohne Behandlung in rund einer Dreiviertelstunde zum Tod und ein Tropfen des Gifts kann etwa hundert Menschen töten. Aufgrund des weitgehend unbewohnten Verbreitungsgebiets  der Art in Australien sind Todesfälle und Bissunfälle bei Menschen äußerst selten. Die Körperlänge der Schlange beträgt bis zu 2 m, Männchen sind immer etwas kleiner als die Weibchen. Die Tiere sind entweder dunkel braun oder blassbraun gefärbt, oft mit dunklen Flecken, die zum Hinterende hin zu dunklen Bändern zusammenfließen können. Der Kopf ist glänzend schwarz, auf der Bauchseite hinter der schwarzen Nackenregion gelb, ohne Flecken. Inlandtaipane sind ausschließlich tagaktiv, mit Aktivitätsmaximum am Morgen bis frühen Vormittag. Sie zeigen eine hochspezialisierte Lebensweise, die untrennbar mit einer einheimischen Ratte verbunden ist, der Australischen Langhaarratte . Der Inlandtaipan ernährt sich ausschließlich von Kleinsäugern. Neben der bevorzugten Australischen Langhaarratte sind dies Mäuse  und die Springbeutelmaus.
Die Europäische Hornotter (Vipera ammodytes), die auch Hornviper oder Sandviper genannt wird, ist für Menschen gefährlicher als die Kreuzotter und die Aspisviper. Sie gilt als die giftigste Schlangenart Kontinentaleuropas. Wie die beiden anderen Schlangen ist auch die Hornotter sehr scheu und greift nur an, wenn sie in die Enge getrieben, bedrängt oder aus Versehen getreten werden. Die Schlangen leben im Südosten Europas, beispielsweise auf dem Balkan und in Griechenland. Doch auch im Süden Österreichs (Kärnten, Steiermark) sowie in Norditalien ist sie anzutreffen. Das Gift der Hornotter ist sehr stark und enthält Komponenten, die das Gewebe zerstören (Nekrosen) sowie das Nervensystem angreifen (Lähmungen). Ein Biss verursacht starke Schmerzen und heftige Schwellungen. Der Biss ist potenziell lebensgefährlich – besonders für Kinder, ältere oder geschwächte Menschen – ,Begegnungen verlaufen dank rechtzeitiger Verabreichung von Antiveninen nur noch sehr selten tödlich. Zudem verabreicht die Schlange bei Verteidigungsbissen nicht immer Gift (sogenannte Trockenbisse).
Die Todesotter (Acanthophis) zählt zu den giftigsten Schlangen der Welt. Ihre Giftzähne werden bis zu 3,5 Zentimeter lang. Sie schnellt in nur 0,15 Sekunden vor, beißt zu und injiziert ihr Gift. Ein einzelner Biss kann tödlich sein und führt anfangs zu einer fortschreitenden Lähmung bis hin zum Atemstillstand. Ihr Lebensraum liegt im Osten Australiens. Sie wird meist 50 bis 60 Zentimeter lang, hat einen breiten, dreieckigen Kopf und auffallend lange, bewegliche Giftzähne. m Gegensatz zu anderen Giftnattern flüchtet sie bei Gefahr nicht. Sie liegt perfekt getarnt im Laub oder Sand und bewegt ihre Schwanzspitze wie einen Wurm, um Beute anzulocken.
Auch die Schwarze Tigerotter (Notechis ater)  gehört zu den giftigsten Schlangen Australiens  und zudem zu den gefährlichsten Giftschlangen weltweit. Ihr Gift besteht unter anderem aus Neurotoxinen, die auf das menschliche Nervensystem wirken und so starke Lähmungen bis hin zum Atemstillstand hervorrufen können. Sie gilt als verteidigungsbereit, wenn sie in die Enge getrieben wird. Ohne Behandlung führt ein Biss in jedem zweiten Fall zum Tod. In Australien sterben jedes Jahr rund 25 Menschen an einem Biss der Schwarzen Tigerotter. Die meist einfarbig dunkel bis tiefschwarz gefärbten Schlange erreicht eine Länge von bis zu 1,50 Metern. Charakteristisch ist ein großes, fast quadratisches Schild auf der Kopfoberseite (Frontalschild).
Die Königskobra kann bis zu fünf Meter lang werden und ist damit die längste Giftschlange der Welt. Eigentlich ist ihr Gift nur bedingt wirksam, durch die große Menge, die sie mit einem Biss injiziert, kann sie aber nicht nur Menschen, sondern sogar Elefanten töten. Aufgrund der zurückgezogenen Lebensweise kommt es aber nur zu wenigen Todesfällen durch Bisse. Sie verteidigen jedoch ihr Nest – das sie als vermutlich einzige Schlangenart aktiv aus Blättern am Boden bauen – mit extremer Ausdauer. Bei Bedrohung stellt sie das vordere Drittel ihres Körpers auf, spreizt ihren schmalen Halsschild und stößt ein tiefes, fast knurrendes Fauchen aus. Die Schlangenart ist in den Wäldern und Ebenen von Süd- und Südostasien, beispielsweise Indien beheimatet. Dort lebt sie überwiegend am Boden, kann aber auch gut klettern. Sie ernährt sich fast ausschließlich von anderen Schlangen und Echsen.
Die Gemeine Sandrasselotter (Echis carinatus) ist zwar nicht die giftigste Schlange der Welt, gilt aber aufgrund ihrer hohen Bissfrequenz und ihres extrem potenten Gifts als die gefährlichste Giftschlange Asiens. Im Gegensatz zu vielen anderen Schlangen flieht die Sandrasselotter bei Störungen selten, sondern stößt extrem schnell und oft mehrfach hintereinander zu. Experten schätzen, dass sie alleine für rund ein Viertel aller weltweiten Tötungen durch Schlangenbisse verantwortlich ist. Alleine in Indien sollen ihr pro Jahr rund 8.000 Menschen zum Opfer fallen. Ohne schnelle Behandlung führt ein Biss innerhalb weniger Stunden zum Tod. Ihren Namen verdankt die Schlange  einem besonderen Abwehrmechanismus. Fühlt sich die Viper bedroht, rollt sie sich in engen Schleifen zusammen und reibt ihre gesägten Flankenschuppen aneinander. Dadurch entsteht ein charakteristisches, raschelndes bis rasselndes Geräusch, das Feinde warnen soll. Mit einer Länge von nur 40 bis 80 cm ist die Gemeine Sandrasselotter relativ klein.
Die Südasiatische Kobra (Naja naja), auch Brillenkobra genannt, ist eine hochgiftige Schlange, die auf dem gesamten indischen Subkontinent heimisch ist.  Im Hinduismus ist sie heilig. Oft kann man sie bei indischen Schlangenbeschwörern sehen. Allerdings ist sie hochgefährlich, denn ihr Gift kann innerhalb weniger Stunden zum Tode führen. Das Gift der Brillenkobra gehört zu den gefährlichsten Toxinen der Schlangenwelt. Für einen erwachsenen Menschen können bereits 15 bis 20 Milligramm tödlich sein. Bei einem einzigen Biss injiziert die Schlange jedoch bis zu 200 Milligramm. Es wird angenommen, dass die Brillenschlange für die meisten Todesfälle durch Schlangenbisse in Indien verantwortlich ist. Die Schlange erreicht eine Körperlänge von durchschnittlich 1,2 bis 1,7 Meter, selten bis zu 2,2 Meter. Sie besitzt verlängerte Nackenrippen. Bei Gefahr richtet sie den Vorderkörper auf und spreizt diese Rippen ab. Dadurch entfaltet sich die typische Nackenhaube. Auf der Rückseite der Haube zeigt sich ein hell-dunkles Muster, das an zwei Brillengläser erinnert. Es dient der optischen Abschreckung. Die Schlange ist aber grundsätzlich scheu und flieht lieber. Wird sie in die Enge getrieben, warnt sie lautstark durch Fauchen und führt Scheinbisse mit geschlossenem Maul aus. Die Brillenkobra gehört zu den sogenannten „Big Four“ – den vier Giftschlangenarten, die in Indien für die allermeisten tödlichen Schlangenbisse verantwortlich sind. von Feinden. Die drei anderen sind die Kettenviper, die Sandrasselotter und  die Gemeine Krait.
Die Kettenviper (Daboia russelii) lebt in Asien, vor allem in Indien. Sie bevorzugt unter anderem Graslandschaften als Lebensraum, weshalb es in landwirtschaftlichen Gebieten immer wieder zu Kontakt mit Menschen kommt. Sie ist extrem aggressiv, wenn sie überrascht wird, und besitzt ein hochgradig gewebe- und blutzerstörendes Gift (Hämotoxin). Ihre einklappbaren Giftzähne können sehr lang werden, wodurch das Gift besonders tief in das Gewebe injiziert wird. Während viele Schlangen bei Verteidigungsbissen Gift sparen, gibt die Kettenviper oft große Mengen ab. Ein einziger Biss kann zwischen 72 und 250 mg Gift enthalten. Für einen erwachsenen Menschen sind bereits 40 bis 70 mg tödlich.  In ganz Asien soll die Schlange jährlich für 10.000 Todesfälle verantwortlich sein.  Die Schlange erreicht eine Länge von 1,2 bis 1,5 Meter und ist hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv
Die Schwarze Mamba (Dendroaspis polylepis) gilt aufgrund ihrer Schnelligkeit (bis zu 20 km/h), Nervosität und ihres extrem wirksamen Gifts als eine der gefährlichsten Schlangen der Welt. Zwei Tropfen des Giftes sind für einen Menschen tödlich. Das Toxin gehört auch zu den am schnellsten wirksamen Schlangengiften, der Atemstillstand tritt oft schon nach 15 bis 20 Minuten ein. Schwarze Mambas sind aber grundsätzlich scheu und meiden den Kontakt zu Menschen. Fühlen sie sich jedoch in die Enge getrieben oder bedroht, verteidigen sie sich extrem aggressiv. Sie richten dann ihren Vorderkörper auf und beißen oft mehrfach hintereinander blitzschnell zu. Sie erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von 2,5 bis 3 Meter (maximal bis zu 4,5 Meter) und ist damit die längste Giftschlange Afrikas. Die Schwarze Mamba verdankt ihren Namen der tiefschwarzen Innenseite ihres Mauls.
Die Kapkobra (Naja nivea) ist deutlich kleiner als die Königskobra, sie erreicht eine durchschnittliche Länge von 1,20 bis 1,70 Metern, selten bis zu 2,30 Metern. Aber ihr Gift ist nicht weniger gefährlich. Sie gilt als die giftigste Kobra Afrikas und lebt vor allem in Südafrika. Ein unbehandelter Biss führt in mehr als der Hälfte der Fälle zum Tod durch gelähmte Atmung. Hinzu kommt, dass die Schlange sehr nervös und aggressiv ist. Bei Bedrohung reagiert sie schnell angriffslustig. Bei Gefahr stellt sie ihren Vorderkörper auf und spreizt die typische Kobra-Haube.
Die Boomslang (Dispholidus typus), auch Afrikanische Baumschlange genannt, gilt aufgrund ihres extrem potenten Gifts und ihrer unauffälligen Lebensweise als eine der gefährlichsten Schlangen des afrikanischen Kontinents. Sie erreichen eine Länge von 1,5 bis über 2 Metern. Auffällig sind ihre extrem großen Augen mit runden Pupillen. Die Männchen sind oft leuchtend grün mit schwarzen Schuppenrändern. Die Weibchen sind meist unauffällig braun gefärbt. Sie leben fast ausschließlich in Bäumen und Sträuchern. Am Boden sind sie extrem selten anzutreffen. Die Schlangenart ist generell scheu und flüchtet bei Gefahr. Wird sie jedoch in die Enge getrieben, bläht sie ihren Hals stark auf und beißt blitzschnell zu. Ihr Gift zerstört rote Blutkörperchen und blockiert die Blutgerinnung vollständig. Ein Biss führt unbehandelt zu inneren und äußeren Blutungen aus sämtlichen Körperöffnungen, Organversagen und Gewebenekrosen. Doch es vergeht erst ein wenig Zeit, bis das Gift zu wirken beginnt. Das wiegt die Opfer oft in falsche Sicherheit, bevor der Zustand lebensbedrohlich wird. Auf der anderen Seite verschafft erden Opfern aber etwas Zeit, um sich mit einem Gegengift behandeln zu lassen. Gewöhnliche, breit wirksame Schlangen-Antisera helfen bei einem Boomslang-Biss nicht. Es ist ein spezielles, monovalentes Gegengift erforderlich.
Die in Afrika und Asien vorkommende Speikobra injiziert ihr Gift nicht nur durch einen Biss, sondern kann es bei Bedrohung bis zu zwei Meter weit auf den Angreifer spucken. Es ist nekrotisierend und kann Gewebe zerstören, weshalb es bei Kontakt mit den Augen oft zu einer Erblindung führen kann. Ohne Wunden oder Allergien ist das Gift auf der Haut aber meist harmlos. Die Fangzähne der Speikobra besitzen eine spezielle, verengte und nach vorne gerichtete Austrittsöffnung. Durch die Kontraktion starker Kiefermuskeln wird das Gift aus den Giftdrüsen gepresst und kann von der Schlange mit hoher Zielgenauigkeit 2 bis 4 Meter weit versprüht werden. Dabei visiert sie instinktiv die glänzenden Augen von Säugetieren und Menschen an.
Die Braunschlange (Pseudonaja textilis)  gilt nach dem Inlandtaipan als die zweitgiftigste Schlange der Welt und ist ebenfalls in Australien beheimatet. Sie ist für rund 60 % aller tödlichen Schlangenbisse in Australien verantwortlich. Bei Gefahr richtet sie ihren Vorderkörper in einer markanten S-Form auf und beißt extrem schnell zu.  Nach einem Biss kann es zu schweren innerlichen und äußerlichen Blutungen kommen. Darüber hinaus kann eine Muskellähmung auftreten, die zum Atemstillstand führen kann. Bis zu zehn Todesfälle pro Jahr gibt es nach ihren Bissen. Da die Zähne der Braunschlange sehr kurz sind, ist der Biss oft schmerzarm und wird im ersten Moment manchmal kaum bemerkt. Dennoch ist jeder Biss ohne sofortige Gabe von Antiserum lebensbedrohlich.  Die Art ist  tagaktiv und erreicht eine durchschnittlich Länge von  ca. 1,5 Meter, seltene Prachtexemplare erreichen über 2 Meter.
Die Puffotter (Bitis arietans) ist in den Savannen und Steppen Nordafrikas zu Hause, auch in der Nähe menschlicher Siedlungen. Die meistens 60 bis 90 cm, maximal bis zu 1,8 Meter große Schlange gilt als eine der gefährlichsten Giftschlangen Afrikas, da sie für die meisten schweren Schlangenbisse auf dem Kontinent verantwortlich ist.  Der häufige Kontakt mit Menschen führt zu 3.000 Todesopfern im Jahr. Ein Biss des bis zu fünf Kilogramm schweren Tieres enthält eine ausreichende Menge an Gift, um fünf Menschen töten zu können. Bei Bedrohung bläht sich die Schlange stark auf und stößt die Luft als lautes Warnzischen oder Fauchen („Puffen“) aus. Sie verlässt sich auf ihre perfekte Tarnung im Gras. Statt vor Menschen zu fliehen, bleibt sie oft regungslos liegen. Wird sie übersehen und tritt man auf sie, beißt sie blitzschnell zu. Ein einziger Biss kann 130 bis 200 mg Gift injizieren, während bereits 30 mg für einen erwachsenen Menschen tödlich sein können. Unbehandelte Bisse führen zu schweren Schwellungen, inneren Blutungen und Gewebenekrosen, die oft Amputationen nötig machen oder ohne medizinische Hilfe durch Organversagen zum Tod führen.
Sowohl Kiefernwälder als auch Wüsten gehören zum Lebensraum der hochgiftigen Korallenotter (Gattung Micrurus), der sich von den Südstaaten der USA über Mittelamerika bis hin nach Südamerika erstreckt. Ihr Speichel enthält ein extrem starkes Nervengift (Neurotoxin). Da sie aber scheu sind und kurze Giftzähne besitzen, sind Bisse bei Menschen selten. Ein Biss kann unbehandelt innerhalb von 36 Stunden zum Tod führen. Korallenottern leben sehr versteckt, graben oft im Boden und meiden offenes Gelände. Charakteristisch für diese Schlangenart sind direkt aneinandergrenzende rote und gelbe/weiße Körperringe. Wegen ihrer Gefährlichkeit wird die Korallenotter oft von völlig harmlosen Schlangenarten nachgeahmt, um Fressfeinde abzuschrecken. Dies nennt man Mimikry.
Die durchschnittlich 100 bis 150 cm lange, (maximal bis zu 200 cm) Gewöhnliche Lanzenotter (Bothrops atrox) zeigt ein äußerst aggressives Verhalten, wenn sie sich bedroht fühlt. Sie zählt aufgrund ihres potenten Gifts, ihrer hervorragenden Tarnung und der geografischen Nähe zu menschlichen Siedlungen zu den gefährlichsten  Giftschlangen im nördlichen und zentralen Südamerika. Die Schlange ist primär bodenbewohnend sowie dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber liegt sie zusammengerollt im abgefallenen Laub oder unter Wurzeln.  Da ihr Gift sehr stark ist und mit einem Biss auch eine hohe Menge davon in den Körper injiziert wird, sterben jährlich 25 Menschen an einem Lanzenotter-Biss. Begegnungen mit Menschen enden häufig in Unfällen, da sich die Schlange bei Gefahr auf ihre Tarnung verlässt, anstatt zu fliehen. Wird sie unabsichtlich bedrängt oder übersehen, schnellt ihr Vorderkörper blitzartig nach vorne. Das Gift ist stark hämotoxisch und zytotoxisch. Es zerstört die Blutgerinnung und führt zu schweren Gewebeschäden (Nekrosen). Ohne die rechtzeitige Verabreichung eines spezifischen Antiserums (Gegengift) kann ein Biss durch Nierenversagen, innere Blutungen oder Kreislaufkollaps tödlich enden
Die Diamant-Klapperschlange (Crotalus adamanteus) ist im Südosten der USA heimisch und mit einer Länge von bis zu 2,5 Metern die größte Giftschlange Nordamerikas und zudem die längste und schwerste Klapperschlangenart der Welt. Die berühmte Rassel am Schwanzende besteht aus lockeren Hornringen. Bei Bedrohung vibriert der Schwanz bis zu 60 Mal pro Sekunde. Das resultierende, laute Rasselgeräusch dient als akustisches Warnsignal für potenzielle Feinde, um nicht zertreten zu werden. Die Diamant-Klapperschlange ist ein Lauerjäger. Sie verharrt oft tagelang regungslos, bis ein Beutetier vorbeiläuft. Beim Stoßangriff schnellt sie blitzschnell vor und injiziert ihr Gift über zwei hohle, einklappbare Reißzähne.  Aufgrund ihrer Größe injiziert sie ihren Opfern auch eine vergleichsweise große Giftmenge, über 400 bis 1000 mg pro Biss. Das Toxin greift die roten Blutkörperchen im menschlichen Körper an und zerstört sie. Sie ist jährlich für etwa zehn Todesfälle in den USA verantwortlich.
Der Gewöhnliche Krait (Bungarus caeruleus), oft auch Gemeine Krait oder Indischer Krait genannt, ist eine extrem giftige Schlangenart, die auf dem indischen Subkontinent für die meisten tödlichen Bissunfälle verantwortlich sind. Die Art erreicht eine Länge von 90 bis 120 cm, selten bis zu 1,5 Meter. Ihr Körper ist glänzend tiefblau-schwarz oder dunkelgrau gefärbt. Charakteristisch sind die schmalen, weißen Querstreifen, die paarweise angeordnet sind und zum Schwanz hin deutlicher werden. Die Gemeine Krait ist streng nachtaktiv. Tagsüber verhält sie sich extrem träge, versteckt sich in Nagetierbauten, Baumstämmen oder unter Baumaterialien und beißt dann fast nie. Das Gift enthält hochwirksame prä- und postsynaptische Neurotoxine, welche die Signalübertragung vom Nervensystem zu den Muskeln blockieren. Ein Biss schmerzt anfangs oft kaum oder gar nicht, weshalb er im Schlaf manchmal unbemerkt bleibt. Nach einigen Stunden setzen jedoch Lähmungserscheinungen ein, die unbehandelt zur Atemlähmung und damit zum Erstickungstod führen. Da Kraits nachts auf der Jagd sind und die Wärme suchen, kriechen sie in ländlichen Regionen Indiens oft in Häuser und legen sich zu schlafenden Menschen auf den Boden oder ins Bett. Bewegt sich der Schlafende und übt versehentlich Druck auf das Tier aus, beißt die Schlange zu.
Die Kreuzotter (Vipera berus) gehört zu den am weitesten verbreiteten Schlangen in Europa. Sie ist nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern beispielsweise auch in Frankreich oder Großbritannien zu finden. Die etwa 50 bis 70 Zentimeter langen, silbergrauen oder bräunlich gefärbten Schlangen zeichnen sich durch ein dunkles Zickzackmuster auf dem Rücken sowie geschlitzte Pupillen aus.  Es gibt auch komplett schwarze Exemplare (sogenannte „Höllenottern“). Die stark bedrohte Schlange ist sehr scheu und beißt nur zu, wenn sie sich bedroht fühlt. Ihr Gift ist zwar in der Regel nicht lebensbedrohlich, kann allerdings für Kinder, ältere oder immungeschwächte Menschen, Hunde und Katzen sehr gefährlich werden.
Die Aspisviper ist eine mediterrane, sehr wärmeliebende Art. Sie erreicht meist eine Gesamtlänge von 60 bis 70 cm, selten bis zu 90 cm. Sie ist ist in der Schweiz, in Nordspanien, in Teilen Frankreichs, in Italien, im nordwestlichen Slowenien und in einem einzigen, winzigen Reliktvorkommen im Schwarzwald zu Hause. Die Schlange ist vorwiegend tagaktiv und nutzt die Sonne intensiv zur Regulierung ihrer Körpertemperatur. Beim Menschen führt ein Biss zu lokalen Schmerzen und starken Schwellungen. Seltene, schwerere Symptome umfassen Erbrechen, Herzklopfen, Krämpfe oder neurologische Lähmungen. Ein unvollständig behandelter Biss kann im Extremfall auch tödlich enden.