Die Auferstehung
Das größte Wunder, dass die Bibel im neuen Testament beschreibt, ist sicherlich die Auferstehung Jesu Christi. Nach der Verkündigung des Neuen Testaments (NT) wurde Jesus Christus, Sohn Gottes, am dritten Tag seit seiner Kreuzigung von den Toten erweckt und erschien seinen Jüngern in leiblicher Gestalt.
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Es gibt viele historische Belege für Jesus Christus, der am Kreuz hingerichtet wurde. Zur Zeit des Römischen Reichs wurden Hunderttausende Menschen am Kreuz hingerichtet. Nach der endgültigen Niederlage des aufständischen Sklavenheerführers Spartacus 71 v. Chr. wurden um die 6.000 seiner Anhänger entlang der Via Appia von Rom bis Capua gekreuzigt. Das war die größte Kreuzigungsaktion der Geschichte. Die Römer hatten das Kreuzigen von den Makedonen und Karthagern übernommen. Im Römischen Reich kreuzigte man vorzugsweise Sklaven. Römische Bürger durften von Rechts wegen nicht gekreuzigt werden. Ihnen drohte der Felssturz, seltener die Enthauptung, der Freitod oder die Verbannung. Der Vorgang der Kreuzigung war streng geregelt. Zunächst wurde der Verurteilte öffentlich gegeiselt. Man hängte dem Verurteilten eine furca (= Balkendreieck) um den Hals und band dessen Arme an den Schenkeln der furca fest. In dieser Haltung wurde er ausgepeitscht und musste den Weg vom Richtstuhl zur Richtstätte gehen. Dann wurde die Furca mit ihm an einen eingerammten Pfahl gehängt. Später wurde sie durch ein patibulum (= Querbalken), ersetzt, der am oberen Ende des Pfahls, stipes in einer Kerbe angebracht war. Daraus ergaben sich die zwei bekannten Kreuzformen (crux commissa in T-Form, crux immissa in †-Form). Arme und Beine des Veurteilten wurden an Pfahl und Querbalken gefesselt oder genagelt. Anatomischen Tests zufolge wurden die Nägel nicht durch die Handflächen, sondern durch Handwurzelknochen oder den Raum zwischen Elle und Speiche sowie durch die Fußwurzel oder das Fersenbein getrieben werden, um das Körpergewicht tragen zu können. Um bessere Fixierung und eine geringere Bewegungsfreiheit der Arme zu erreichen wurden die Arme sehr wahrscheinlich nicht mit den Handflächen nach vorn (Supination), sondern mit den Handflächen zum Querbalken (Pronation) befestigt. Für die Füße bestätigt dies ein Skelettfund in Jerusalem aus dem 1. Jahrhundert, bei dem der Nagel noch im Fersenbein steckte. Dieser Fund war zugleich der erste physische Beweis einer römischen Kreuzigung. Bei den Römern galt es als Begünstigung, dem Gekreuzigten nach einiger Zeit die Füße bzw. Unterschenkel zu brechen, um ihm das Abstützen zu verwehren und so seinen Todeskampf abzukürzen. Dieses Ritual wurde Crurifragium genannt. Durch das Brechen der Beine hingen die Gekreuzigten noch schwerer an den Armnägeln oder -seilen und starben dadurch schneller, aber schmerzhafter.
Nach allen Evangelien wurde Jesus auf Befehl des römischen Statthalters Pontius Pilatus von römischen Soldaten gekreuzigt. Nach einer oben am Kreuz angebrachten Tafel lautete sein Vergehen:
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Der Tod von Jesus am Kreuz steht im Zentrum des christlichen Glaubens. Doch ist Jesus tatsächlich wieder auferstanden? Als wichtigstes Auferstehungszeugnis des NT gilt der 1. Brief an die Korinther des Apostels Paulus von Tarsus (* vor dem Jahr 10 ; † nach 60) . Paulus war der bedeutendste Missionar des Urchristentums und einer der ersten christlichen Theologen. Als gesetzestreuer Pharisäer verfolgte er ursprünglich die Anhänger Jesu Christi, dem er zu dessen Lebenszeit nie begegnet war. Seit seiner Bekehrung verstand er sich jedoch als von Gott berufener Apostel des Evangeliums für die Völker: Brief an die Galater 1, 11-12: Denn ich tue euch kund, Brüder und Schwestern, dass das Evangelium, das von mir gepredigt ist, nicht von menschlicher Art ist. 12 Denn ich habe es nicht von einem Menschen empfangen oder gelernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.
Wesentliches Kennzeichen der Theologie von Paulus von Tarsus ist die Konzentration des christlichen Glaubens auf die Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi, mit ständigem Bezug auf die Gewissheit der endzeitlichen Totenerweckung. 1 Brief an die Korinther 15, 3–11: 3 Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, / gemäß der Schrift, 4 und ist begraben worden. / Er ist am dritten Tag auferweckt worden, / gemäß der Schrift, 5 und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. 6 Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen. 7 Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. 8 Zuletzt erschien er auch mir, gleichsam der Missgeburt. 9 Denn ich bin der Geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe. 10 Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht – nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir. 11 Ob nun ich verkünde oder die anderen: Das ist unsere Botschaft und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.
Paulus schreibt auch über die Gewissheit künftiger Totenauferweckung: 1 Kor 15,12-18: Wenn aber verkündigt wird, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, wie können dann einige von euch sagen: Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht? Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer, leer auch euer Glaube. Wir werden dann auch als falsche Zeugen Gottes entlarvt, weil wir im Widerspruch zu Gott das Zeugnis abgelegt haben: Er hat Christus auferweckt. Er hat ihn eben nicht auferweckt, wenn Tote nicht auferweckt werden. Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden; und auch die in Christus Entschlafenen sind dann verloren.
Erhärtet wird das Wunder der Auferstehung Jesu Christi durch die Auffindung seines leeren Grabes und seinen Erscheinungen:

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Rekapitulieren wir kurz die Geschehnisse: Jesus hat ungefähr sechs Stunden am Kreuz gelitten. Dann, um 3:00 Uhr nachmittags, soll er gerufen haben:: „Es ist vollbracht“ und starb. Der Himmel verdunkelte sich und ein Erdbeben erschütterte das Land. Jesus Jünger waren durch seinen Tod am Kreuz so am Boden zerstört, dass sie aus Angst um das eigene Leben flohen. Bevor Jesus vom Kreuz genommen wurde, verlangte Pilatus eine Bestätigung dafür, dass er wirklich tot sei. Also stieß ein römischer Wächter einen Speer in Jesus Seite. Heraus floss ein Blut-Wasser-Gemisch, das von den anwesenden Augenzeugen als Indiz für den Tod Jesus gesehen wurde. Nachdem sein Tod bestätigt worden war, wurde der Leichnam Jesu vom Kreuz abgenommen, fest in Leinen eingewickelt und im Grab von Joseph von Arimathäa begraben. Römische Wachen versiegelten das Grab dann mit einem großen Stein und hatten strengen Befehl, das Grab 24 Stunden am Tag zu bewachen. Ab hier wird die Geschichte mythisch: Augenzeugen erzählen später, dass Jesus ihnen, nachdem er am Kreuz gestorben und begraben worden war, am dritten Tag plötzlich lebendig erschienen sei.
Viele Theologen, Exegeten (=Auslegung bzw. Interpretation von Texten) und Historiker halten das leere Grab etwa wegen der Zeugenschaft von Frauen für ein historisches Faktum, schreiben der Zeugenliste aus dem 1. Brief des Paulus an die Korinther Beweiskraft zu und halten Aussagen zur Auferstehung Jesu in den Predigten der Apostelgeschichte für glaubwürdig.
Gibt es weitere überprüfbare historische Beweise oder ist die Auferstehung Jesu doch einfach nur eine 2000 Jahre alte Legende? Bis heute diskutieren Bibelforscher über diese alles entscheidende Frage, denn wenn Jesus nicht von den Toten auferstanden wäre, wäre das Fundament des christlichen Glaubens für immer zerstört. Jesus sagt seinen eigenen Tod und seine Auferstehung mehrmals voraus. So steht es geschrieben im Evangelium des Markus.
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Warum starb Jesus schon nach relativ „kurzer“ Zeit am Kreuz? Die römische Hinrichtungsmethode des Kreuzigens sollte einen dazu Verurteilten absichtlich besonders langsam und grausam töten. Es konnte Tage dauern, bis sein Tod eintrat. Das möglichst lange qualvolle Sterben der Gekreuzigten sollte den Verurteilten demütigen und den Betrachter einschüchtern und abschrecken. Jesus starb nach sechs Stunden am Kreuz. Er stand aber schon bei Ankunft auf Golgota vor dem körperlichen Zusammenbruch. Pilatus hatte ihn nicht, wie vor Kreuzigungen Usus, nur sieben Mal mit der Geißelpeitsche schlagen lassen, sondern um die Masse zu befriedigen, exzessiv gegeißelt. Wahrscheinlich erhielt er das Höchstmaß von 39 Schlägen mit der dreischwänzigen Geißelpeitschen, an deren Lederriemen doppelte Bleikugeln befestigt waren. Danach war Jesus jedenfalls so geschwächt, dass er nicht mehr in der Lage war, den ca. 35 Kilo schweren Querbalken seines Kreuzes zur Hinrichtungsstätte zu tragen. Er stürzte dreimal und beim letzten Sturz musste ein Mann aus dem Volk, Simon von Cyrene, einspringen und den Balken nach Golgota tragen. Der amerikanische Gerichtsmediziner Prof. Dr. Frederic Zugibe von der Columbia-Universität in New York behauptet, schon die Stürze wiesen auf einen hypovolämischen Schock, einen Kreiskollabs infolge der Geißelung hin, der zu einer langsamen Ansammlung von Lungenflüssigkeit, zu sog. Brustfellergüssen, führte. Die extremen Schmerzen der Annagelung ans Kreuz mit ihrer Verletzung der Median- und Plantarnerven führten zu einem sog. Kausalgie-Trauma, das durch den sechsstündigen Todeskampf am Kreuz, die unerträglichen Schmerzen und Krämpfe selbst bei der kleinsten Bewegung, noch verstärkt wurde. Der relativ schnelle Tod war schließlich die Folge eines totalen Kreislaufzusammenbruchs, kombiniert mit Herz- und Atemstillstand aufgrund des allmählich aufgebauten Lungenödems.
War Jesus wirklich tot, als er in das Grab gelegt wurde? Das ist die alles entscheidende Frage.
- Ein weitverbreitetes Argument gegen seinen Tod ist die sogenannte „Ohnmachtstheorie“. Das ist die Hypothese, dass Jesus nicht am Kreuz starb, sondern seine Kreuzigung überlebte . Er wäre angeblich in eine tiefe Ohnmacht gefallen, sodass alle Zeugen glaubten, er sei tot. Durch die kühle, feuchte Luft des Grabes sei er dann später wiederbelebt worden. Doch gegen diese Hypothese sprechen folgende Fakten: Alle Berichte bestätigen, dass Jesus gestorben ist. Auch Pilatus bestätigte, dass er gestorben ist. Zu Lebzeiten der Augenzeugen bestreitet niemand seinen Tod. Auch weltliche und zeitgenössische Historiker, wie Lucian, Josephus und Tacitus nennen seinen Tod als Tatsache. Deshalb scheint es gewiss zu sein, dass Jesus wirklich gestorben ist. Auch ein gewichtiges medizinisches Argument spricht dafür. Aus dem Hinweis, dass durch den Lanzenstich des Soldaten mit dem Speer in seine Seite, „Blut und Wasser heraus floss“, geht hervor, dass Jesus einen Pleuraerguss (= übermäßige Flüssigkeitsansammlung in der Pleurahöhle; Die Lunge ist also von Flüssigkeit umgeben) gehabt haben muss, als er gekreuzigt wurde. Es ist heute allgemein anerkannt, dass ein ausgedehnter Pleuraerguss zu Hypoxie und schließlich zum Erstickungstod führen kann. Außerdem ist davon auszugehen, das der Stich mit einer 3-4 Zentimeter breiten, tödlichen Waffe eine so große Wunde verursacht, das Luft in den Brustkorb eintreten kann und wahrscheinlich einen Lungenkollaps verursacht. Wäre der Gekreuzigte nicht bereits tot gewesen, er würde spätestens jetzt sterben, wenn das verletzte Herz die Lunge mit Blut füllt.
- Die Geschichte des leeren Grabes kommt in jedem der vier Evangelien vor. Daraus wurde geschlussfolgert, seine Jünger hätten die Auferstehungsgeschichte vorgetäuscht, indem sie Jesus Körper stahlen und dann behaupteten, er sei am Leben. Dagegen spricht, dass das Grab einem bekannten Mitglied des Sanhedrin-Rates, Joseph von Arimathäa gehörte. Der Ort war also nicht nur bekannt, sondern die Römer hatten auch Soldaten abgestellt, die das Grab 24 Stunden am Tag bewachten. Das war eine ausgebildete Wacheinheit, die aus vier bis 16 Soldaten bestand. Es wäre unmöglich gewesen, dass jemand unbemerkt an den Wachen vorbeigeschlichen wäre und dann den immerhin 1-2 Tonnen schweren Stein bewegt hätte. Doch der Stein wurde weggerollt, sodass Augenzeugen das Grab betreten konnten. Und als sie es taten, fehlte der Leichnam von Jesus. Wäre der Leichnam Jesu danach irgendwo gefunden worden wäre, hätten seine Widersacher die Auferstehung schnell als Betrug entlarvt.
- Die biblischen Zeugen der Auferstehung sind dem Auferstandenen Jesus Christus den Berichten nach leibhaftig begegnet. Er wurde von mehreren seiner Anhänger gesehen, darunter 500 Personen bei einer einzigen Gelegenheit. Folgende Zeugen der Auferstehung werden genannt: Maria Magdalena (Mk 16,9, Joh 20,11-18), Maria, Mutter des Jakobus (Matthäus 28,1-10), die Emmaus-Jünger (Kleopas und seine Frau Maria?) (Lukas 24,13-35), die elf Jünger (da Judas, der Verräter fehlt, sind es elf statt ursprünglich zwölf), (Johannes 20,19-23), der Apostel Thomas (Johannes 20,19-23) und der Apostel Petrus (Johannes 20,19-23). Dies wird damit erklärt, die Augenzeugen hätten halluziniert und sich nur eingebildet, sie hätten Jesus gesehen. Dagegen sprechen aber Erkenntnisse aus der Psychologie: „Halluzinationen sind individuelle Erlebnisse. Aufgrund ihrer Natur kann immer nur eine Person eine bestimmte Halluzination gleichzeitig sehen“. Es ist unvorstellbar, dass mehrere Menschen, insbesondere 500 Menschen gleichzeitig die gleiche Halluzination erfahren haben sollen.
- Es wurde auch versucht, die Auferstehung als Legendezu klassifizieren. Dagegen spricht, dass die Nachricht von der Auferstehung sich zu früh und zu schnell verbreitete, als dass sie eine Legende gewesen wäre. Außerdem entwickeln sich Legenden durch mündliche Überlieferung und werden nicht durch zeitgenössische historische Dokumente gestützt. Die Evangelien als schriftliches Zeugnis der Auferstehung wurden jedoch innerhalb von drei Jahrzehnten danach geschrieben.
Wenn es keine Auferstehung gegeben hätte, wäre das Christentum wahrscheinlich bereits mit dem Tod Jesus am Kreuz beendet gewesen, als die Jünger um ihr Leben flohen. Aber die Apostel fuhren trotz ständiger Lebensgefahr fort, eine wachsende christliche Bewegung zu gründen. Was kann die Motive der Nachfolger Jesu so beeinflusst haben, dass sie aufhörten zu trauern, sich nicht mehr versteckten und furchtlos zu verkünden begannen, dass sie Jesus lebend gesehen hatten. Die einzige plausible Antwort lautet, sie haben Jesus tatsächlich lebend gesehen.
Die Auferstehung Jesu hat wirklich stattgefunden. Es bleibt kein Zweifel am Tode Jesu. Seine Auferstehung mag ein Wunder und letztlich Glaubenssache sein, sein Tod ist es nicht.